Archiv für den Monat: Januar 2015

„Unterschiedliche Rechtsauffassungen“ (I)

Dass die Freienvertretung nicht zustimmt, wenn Freie ohne Honorierung an Fortbildungen teilnehmen sollen? Das ist dem rbb egal. Während wir sehr genau begründen können, warum Freie genau wie die Festen die Chance haben müssen, während der (bezahlten) Arbeitszeit  fortgebildet zu werden, „vertreten wir weiterhin die Auffassung, dass die Zustimmungsverweigerung nicht beachtlich ist“, teilt uns der rbb mit.

Dass das Freienstatut  im Streitfall ein Schiedsverfahren vorsieht, ist dem rbb natürlich bekannt (er hat diese Regel ja selbst aufgestellt). Dass die Intendantin auch eine vorläufige Regelung anordnen kann, steht da übrigens auch. Aber der rbb will sich lieber nicht an die eigenen Regeln halten, sondern erklärt unsere Argumente lieber für „nicht beachtlich“.

Ist schon klar: In einem Schieds- oder Gerichtsverfahren guckt sich jemand von außen an, ob etwas dran ist an der Forderung der Freien, die gleichen Chancen auf Fortbildung zu haben die Festen. Und wie hoch ein angemessenes Honorar sein muss. Dass sich der rbb lieber auf „unterschiedliche Rechtsauffassungen“ zurückzieht als sowas zu riskieren, ist ein doch ein gutes Zeichen: Wir sind genau auf dem richtgen Weg!

Beendigungen: Stellungnahme der Freienvertretung

Wegen Welle von Beendigungen und Kürzungen Anfang Oktober hat die Freienvertretung in den folgenden Wochen zum ersten Mal ihr Mitwirkungsrecht ausgeübt und dabei zwölf Einzelfälle überprüft, bei denen die Betroffenen das beantragt hatten. In allen Fällen hat die Freienvertretung der Intendantin konkrete Vorschläge gemacht, wie der rbb den Interessen der Betroffenen besser gerecht werden kann, ohne das Programm zu beschädigen. Insofern sich allgemeinere Schlussfolgerungen aus der Beschäftigung mit den Einzelfällen ergaben, hat die Freienvertretung bei der Intendantin Änderungen gefordert. Beendigungen: Stellungnahme der Freienvertretung weiterlesen

Honorare für Fortbildungen!

Die Freienvertretung verweigert regelmäßig die Zustimmung bei den Auswahlentscheidungen für arbeitnehmerähnliche Freie, wenn der rbb kein angemessenes Ersatzhonrorar zahlen will . (Also sehr oft, aber nicht immer.) Unsere Begründung in Juristisch klingt so:

Die Freienvertretung verweigert ihre Zustimmung zu der geplanten Maßnahme mit Bezug auf die in der Anlage genannten arbeitnehmerähnlichen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weil die Auswahl zur Teilnahme an der Fortbildung die spezifischen Belange arbeitnehmerähnlicher Mitarbeiter nach § 38 Abs. 3 Freienstatut nicht ausreichend berücksichtigt, da sie in dieser Zeit keiner bezahlten Tätigkeit nachgehen können. Es ist nicht vorgesehen, diesen Nachteil durch ein angemessenes Honorar für die Teilnahme an der Fortbildung auszugleichen. Dadurch ist die Teilnahme ausschließlich freien Mitarbeitern vorbehalten, die sich eine unentgeltliche Teilnahme an der Fortbildung leisten können. Chancengleichheit bei der Auswahl der Teilnehmer/innen an Fortbildungsveranstaltungen ist dadurch nicht gegeben.

Frei von A-Z

Hier finden sich Erklärungen zu den häufigsten Fragen zur ersten Orientierung. Allerdings nur für die Standardfälle. Wenn es hart auf hart kommen sollte, werft bitte immer einen Blick in die Tarifverträge. Bei Fragen berät die Freienvertretung gern. (Tel: 80504).

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ#

A

Abnahme

Abrechnung

Abschlag

Altersversorgung

An- und abmelden

Ankündigungsfrist

Anwälte

Arbeitnehmerähnlich

Arbeitslosenversicherung

Arbeitsunfall

ARD-Sammelangebot

Auftragsvergabe

Ausfallhonorar

Ausgleichszahlung

B

Beendigungsmitteilung

Berufsgenossenschaft

Bildschirmarbeit

Bildungsurlaub

Brutto-Honorar

C

Cutter-Urteil

D

Delegierte

Dienste

Dienstplan

Dienstreisen und -fahrten

Dokumente im Original

Durchgangsarzt

E

E-Vertrag

Einschränkung, wesentliche

Elternzeit

Ergänzungsurlaub

Ersatzauftrag

Existenzgründer

F

Fortbildung

Frei

Freiensprecher/innen

Freiensprecherwahl

Freienstatut

Freienvertreter/innen

Fristen / Verjährung

G

Gerichtsentscheidungen

Gesetze

Gewerkschaften

H

Halbe Schichten

Hamburger Modell

Honorarabrechnung

Honorarbedingungen

Honorare, gerechte

Honorarrahmen

K

Kappungsgrenze

Kinderbetreuungszeit

Kinderkrankengeld

Kitaplätze

Kranken(tage)geld

Krankenversicherung für Rentner

Krankheit

Künstlersozialkasse KSK

L

Lesenswert

Lohnsteuer

M

Mehrarbeit

Mehrwertsteuer

Mindestbedingungen

Mutterschaftsgeld

N

Nachtschicht

Nachwirkung

O

Onlinezuschlag

P

Pensionskasse

Pflege von Angehörigen

Presseversorgungswerk

Privat versichert

Prognose

Programmgestaltend

Programmgestaltende Mitarbeiter

R

Rahmenvertrag

Rechte

S

Schulungen (noch leer)

Schwangerschaft

Schwerbehinderung

Selbständig – oder nicht?

Serviceteam Freie

Sitzungen (noch leer)

Sonntagsarbeit

Sozialversicherung

Sozialversicherungspflicht, Befreiung

Statusfeststellung

Statusklage

SV-Schlüssel

T

Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Personen (Text)

Tarifvertrag über Mindestbedingungen (Text)

Tarifverträge und andere wichtige Regularien

Tätigkeitskatalog

U

Unfall(versicherung)

Unständig

Urlaubsentgelt

Urteile

V

Vergütungsmitteilung

Verjährung

Verständigungsverfahren

VG Wort

W

W-Vertrag

Wahlerklärung

Werke

Wiederholungshonorar

Z

Zahlen

Zahlung im Krankheitsfall

Zuschläge

Zwangspause

#

12a

Überstunden

Freienvertreter/innen

Die Freienvertretung besteht aus sieben gewählten Freienvertretern. Bei den ersten Wahlen im Oktober wurden gewählt:

Christoph Reinhardt (Vorsitzender)
Dagmar Bednarek (Vorsitzende)
Christoph Hölscher (stellvertretender Vorsitzender)
Franziska Walser
Lars Maibaum
Thomas Prinzler
Andrea Mavroidis (stellvertretende Vorsitzende)

v.l.n.r.: Lars Maibaum, Christoph Hölscher, Andrea Mavroidis, Franziska Walser, Christoph Reinhardt, Dagmar Bednarek, Thomas Prinzler
v.l.n.r.: Lars Maibaum, Christoph Hölscher, Andrea Mavroidis, Franziska Walser, Christoph Reinhardt, Dagmar Bednarek, Thomas Prinzler

Christoph Reinhardt

Über mich

  • 44 Jahre, seit 1998 beim rbb/SFB
  • Autor, Reporter und Redakteur bei radioBERLIN, seit 2007 in der Redaktion für Berliner Landespolitik
  • Freiensprecher u.a. bei radioBERLIN, rbbpro-Sprecherrat, derzeit DJV-Freienvertreter für den rbb

Was ich der Freienvertretung zu bieten habe:

  • kenne mich aus mit Sozial- und Tariffragen (die meisten Tarifverträge für Freie seit der Fusion habe ich mitverhandelt)
  • war mit dabei, als wir damals rbbpro(test) gegründet haben – sowas prägt
  • Gremienarbeit schreckt mich nicht – schlimmer als Vereine und Gewerkschaften kann die Freienvertretung auch nicht sein

Was ich als Freienvertreter erreichen möchte

  • Allem voran ein ordentliches Basisangebot: zuverlässige Beratungsangebote, Sprechstunden, Newsletter… Erstaunlich, aber wahr: Viele viele Freie sind nicht informiert über ganz grundlegende Ansprüche wie Urlaubs- oder Krankengeld. Es kann nicht sein, dass man als Freier nur zufällig seine Rechte kennenlernt. Die neue Freienvertretung muss alle erreichen.
  • Systematische Beteiligung aller Abteilungen und Redaktionen. Bisher hängt es oft an einzelnen Freiensprechern oder am Zufall, ob eine Abteilung organisiert ist. Wo Freiensprecher und Freienversammlungen nicht selbstverständlich sind, müssen sie es werden.
  • Statt Zwang zu unbezahlten Fortbildungen ein durchdachtes Weiterbildungskonzept für Freie. Ist vielleicht kein sexy Thema, aber dass wir Freien von einer systematischen Fortbildung de facto abgekoppelt sind, wird uns früher oder später auf die Füße fallen.
  • Gleichstellung Männer/Frauen. Bei Freien noch völlig unterbelichtet. Während bei den Festen wenigstens genau dokumentiert wird, wo Frauen schlechter gestellt sind als Männer, haben wir bei den Freien nicht einmal Daten. Wie man verhindern kann, dass am Ende oft die Frauen die schlechteren Jobs mit geringeren Honoraren bekommen, ist ein bisher völlig verdrängtes Problem. Da müssen wir ran!
  • Gleichstellung Feste/Freie. Gleiches Geld für gleiche Arbeit müsste selbstverständlich sein. Die ungleiche Behandlung bei Krankheit, beim Arbeitsschutz, Mitspracherechten, … Da müssen wir ran!
  • Respekt und Rechte für Freie: Bei den Verhandlungen über das Freienstatut Anfang des Jahres haben wir auf viele Mängel hingewiesen. Der größte: Dass wir Freien allem Wertschätzungsgerede zum Trotz wieder als Mitarbeiter zweiter Klasse behandelt werden, mit zweitklassigen Rechten und leider einer zweitklassigen Freienvertretung. Den Respekt müssen wir uns verschaffen. Und die Rechte werden wir nicht geschenkt bekommen – wir müssen beweisen, dass wir sie wirklich haben wollen.

Thomas Prinzler

Über mich:

  • 59 Jahre
  • seit 1992 beim ORB / SFB als freier Redakteur und Autor im Hörfunk
  • RockRadioB / Fritz / SFB Hörspiel / Radio Brandenburg / Inforadio

Was ich der Freienvertretung zu bieten habe:

  • bin seit langer Zeit einer der beiden Freiensprecher von Inforadio
  • kenne Sender (vorwiegend Standort Berlin) und viele Kollegen ganz gut

Was ich als Freienvertreter erreichen möchte:

  • trotz des problematischen Konstrukts der rbb Freienvertretung kommt es jetzt darauf an, arbeitsfähige Strukturen zu schaffen und die Möglichkeiten auszuloten

Was ich sonst noch zu sagen habe:

  • Fragen? Mail an meine Lotus(Haus)-Adresse

Franziska Walser

Über mich:

  • 34 Jahre
  • trotz zwei kleinen Kindern gerne & häufig als Redakteurin und Autorin im kulturradio tätig
  • seit sieben Jahren beim rbb /kulturradio
  • Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule.

Was ich der Freienvertretung zu bieten habe:

  • Wenig “Kampferfahrung”, dafür einen unverstellten Blick auf die Probleme
  • Als Autorin & Redakteurin kenne ich beide Seiten des Schreibtischs
  • Kontakte vor allem zu jungen Kollegen

Was ich als Freienvertreterin erreichen möchte:

  • Dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch für Freie selbstverständlich wird
  • Dass die Freien vom rbb als Potential gesehen werden – und nicht als “Schichtenfüllmaterial”. Das bedeutet Wertschätzung, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Dass jeder – auch neue Feste Freie – die Informationen bekommen, die sie brauchen z.B. über Urlaubsgeld, Rahmenvertrag oder Mutterschutz
  • Dass sich die Freien noch mehr untereinander vernetzen z.B. auch über soziale Netzwerke

Christoph Hölscher

Über mich:

  • 47 Jahre alt
  • seit 1999 beim ORB/RBB als Reporter und Autor für Fernsehredaktionen wie Brandenburg aktuell, Theodor oder Dokumentation und Zeitgeschehen tätig
  • seit Herbst 2013 Freiensprecher bei Brandenburg aktuell
  • als djv-Mitglied in den Tariferhandlungen für die freien Mitarbeiter im Programm.

Was ich der Freienvertretung zu bieten habe:

In den vergangenen 12 Monaten habe ich zunächst für die Vertretung der Freien durch den Personalrat gekämpft, mich danach in Verhandlungen mit der RBB-Geschäftsleitung für eine starke Freienvertretung mit weitergehenden Rechten eingesetzt. Auch wenn wir damit letztlich keinen Erfolg hatten, möchte ich meine Erfahrungen und Kontakte weiter einbringen, um die Rechte und Interessen der Freien im rbb möglichst effektiv zu vertreten – falls nötig, auch im Konflikt mit der Geschäftsleitung, frei nach dem Motto: Wir als Freienvertretung haben kaum Rechte – nutzen wir sie!

Was ich als Freienvertreter erreichen möchte:

  • Respekt und Anerkennung für uns Freie im rbb – entsprechend unserer tragenden Rolle im und fürs Programm.
  • Wahrung und Ausbau unserer materiellen Rechte aus Tarifverträgen, Mindestbedingungen, Dienstanweisungen usw. Die werden im redaktionellen Alltag oft ignoriert – aus Unkenntnis oder auch mit Vorsatz.
  • Gleichbehandlung von Festen und Freien, wo es sinnvoll und gesetzlich möglich ist. Wenn wir schon die gleiche Arbeit machen wie die Festangestellten, dann bitte unter den gleichen Bedingungen und fürs gleiche Geld!

Dagmar Bednarek


über mich:

  • seit Ende der 80er Jahre als Autorin/Reporterin/Moderatorin/Redakteurin beim Hörfunk des SFB in den Bereichen Jugend/Aktuelles tätig;
  • später Wechsel zum Fernsehen (Moskito/Familienprogramm/Medizin) von SFB/RBB
  • seit 2006 Reporterin bei der Abendschau

was ich zu bieten habe:

  • durch die Arbeit in der (Fernseh-)Aktualität einen guten Kontakt zu Kamera- und SchnittkollegInnen und Kenntnis gemeinsamer (Produktions-)Probleme
  • langjährige Erfahrungen mit Gremienarbeit (außerhalb des Senders)
  • Hartnäckigkeit beim Durchsetzen von Inhalten

was ich erreichen möchte:

  • Gleichstellung Feste/Freie (wo es möglich ist), gleiches Geld für gleiche Arbeit
  • Wertschätzung für die Arbeit der immer zahlreicher werdenden Freien, die (v.a. in der Aktualität) oftmals unattraktive Dienste übernehmen
  • bessere Vernetzung der Freien aus den unterschiedlichen Bereichen des Hauses
  • bessere Produktionsbedingungen für ein (noch) besseres Programm

noch Fragen?

  • beantworte ich gerne unter der üblichen Lotus-Email