ARD-Freie treffen sich in Stuttgart

Save the date: 21./22. April 2017

Wir sind so frei!

ARD-Freie treffen sich in Stuttgart

Welchen Status habe ich als Freier? Welche Honorare stehen mir zu? Wie sichere ich mich richtig fürs Alter ab? Diese und zahlreiche andere schwierige Fragen speziell für Freie wollen wir auf dem diesjährigen ARD-Freienkongress diskutieren und beantworten. Dazu lädt der SWR Personalrat alle freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herzlich ein.

Datum:                21.April  ab 13 Uhr und 22. April 2017  bis ca. 14.30 Uhr
Ort:                       SWR, Neckarstraße 230, 70190 Stuttgart

In Podiumsdiskussionen, Workshops und verschiedenen Informationsveranstaltungen wollen wir gemeinsam die wichtigsten Aspekte unserer ganz speziellen Situation im öffentlich-rechtlichen Rundfunk beleuchten. Viele Regelungen des Arbeitsrechts und der Sozialversicherung passen eher schlecht als recht zu unserem Status. Freie Beschäftigung ist von der Ausnahme zur Regel geworden – wir wollen reden über die veränderte Funktion der Freien in den Sendern, über die reibungslose Zusammenarbeit mit den festangestellten Kolleginnen und Kollegen und die Möglichkeiten einer effektiven Interessenvertretung. Daneben gibt es Service- und Beratungsangebote, zum Beispiel zur Altersvorsorge, zu Urheberrechts- oder Versicherungsfragen.

Heißes Eisen: ARD Strukturreform

Zum Auftakt des Kongresses diskutieren wir das „heiße Eisen“: Die ARD-Strukturreform. Derzeit wird in mehr als 20 Bereichen vom Archiv über die IT bis hin zur Produktion eine Zentralisierung in der ARD geplant. Was steht uns bevor? Werden die Freien die ersten Verlierer sein? Das wollen wir mit dem ARD Beauftragten Reinhart Binder sowie Verantwortlichen in SWR, Gremien und Politik diskutieren und Lösungsansätze für Freie suchen. Anschließend greifen wir die gerne verdrängten „heißen Eisen“ der freien Beschäftigung auf.

Status „frei“: Risiken und Nebenwirkungen

Freie stehen in Dienstplänen, Freie sitzen neben Festangestellten im Büro, Freie bekommen von denselben Vorgesetzten ihre Anweisungen, Freie haben die gleichen Aufgaben wie Festangestellte: nur bei der tarifvertraglichen Absicherung ihrer Honorare, ihrer Beschäftigungssicherheit und ihrer Altersversorgung wollen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Freie partout nicht gleichstellen mit Festangestellten. Dabei fragen sich viele: Welchen rechtlichen Status habe ich? Habe ich im Zweifelsfall einen Anspruch auf eine Festanstellung oder doch nicht? Mit dieser komplizierten rechtlichen Materie kennen sich nur wenige Juristen wirklich aus. Wir bringen Euch mit den ausgewiesenen Experten ins Gespräch. Sie geben Informationen und beantworten Eure Fragen zum Thema Status.

Neue Wege: Freie zu sicheren Jobs

Was passiert, wenn Aufträge wegbleiben und die Honorare zusammen schmelzen? Welche Möglichkeiten bieten die bisherigen Tarifverträge? Die Beratungspraxis im Personalrat zeigt, dass die Beschäftigungssicherung viele Lücken und Tücken hat. Wir klären auf und fragen, was wir von anderen Sendern lernen können. So gibt es aktuelle Entwicklungen wie die Absicherung der Gagisten beim Bayrischen Rundfunk vergleichbar mit Festangestellten oder die Verhandlungen zur Neuen Honorarstruktur mit dem Ziel einer hundertprozentigen Beschäftigungssicherung im SWR, die bislang kaum bekannt sind.

Generationenkampf: Junges Gemüse oder altes Eisen?

Praktikum, Ausbildung und dann jagt eine Befristung die nächste. Wie schaffen es junge Freie in einem Sender dauerhaft Fuß zu fassen. Wie finden junge Freie ihren Platz unter den vielen alten Platzhirschen? Doch wie schnell wird man vom Platzhirsch zum alten Eisen? Was passiert, wenn die Aufträge allmählich ausbleiben oder man kaum noch Lust verspürt, bei neuen Redakteuren wieder Klinken putzen zu müssen. Wird die eigene Lebens- und Berufserfahrung von den Jüngeren überhaupt anerkannt? Und was können die Erfahrenen jungen Berufseinsteigern mit auf den Weg geben? Was können die Älteren von den Jungen lernen?

Honorare: Ungleiches Geld für gleiche Arbeit?

In Zeiten knapper Kassen steigt der Einfallsreichtum, wenn es darum geht, Honorare zu sparen. Mit niedrigeren Honorarsätzen, Pauschalierungen und honorarfreien Wiederholungen entgehen vielen Freien erkleckliche Summen. Worauf muss ich achten? Wie bekomme ich mein Honorar von einem anderen Sender? Und wie wehre ich mich gegen das immer beliebtere „Abgreifen“ von Beiträgen? Wichtig dabei auch das Thema Urheberrecht. Hier gibt es verbriefte Rechte, die allzu leicht in Vergessenheit geraten.

Altersversorgung: Tausende Euros zu verschenken

Es gibt viele Möglichkeiten der sozialen Absicherung freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Alter, zum Beispiel Pensionskasse, Presseversorgungswerk, VG Wort. Wer die Möglichkeiten nicht kennt, verschenkt jedes Jahr womöglich Tausende von Euro, denn es gibt Zuschüsse von den Sendern für Freie und man sollte sie nutzen. Wie schafft man den Übergang in einen guten Ruhestand? Will, muss und darf man als Freier auch im Rentenalter noch dazu verdienen?

Freienvertretungen: Erste, zweite oder dritte Klasse?

Für Festangestellte ist es selbstverständlich, dass der Personalrat ihre Anliegen vertritt und sie auch im Einzelfall unterstützt. Aber wie sieht das bei Freien aus? Vom Freien-Stammtisch über Freienbeiräte bis hin zu Freien in Personalräten gibt es in der ARD nahezu jedes Modell und das auch noch in unterschiedlichen Varianten. Wie kommen Freie hier zum gleichen Recht wie Festangestellte. Das diskutieren wir mit Personalräten, politisch Verantwortlichen und Gewerkschaften.

Im Alltag steht oft jeder für sich. Auf dem Kongress wollen wir Freien miteinander ins Gespräch kommen, aber auch mit den Führungskräften unserer Sender, den Medienpolitikerinnen und -politikern, Personal- und Rundfunkräten sowie mit den Verbänden und Personen, die regelmäßig mit unseren Angelegenheiten zu tun haben. Damit knüpfen wir an den erfolgreichen ersten ARD Freienkongress 2016 beim RBB in Berlin an und wollen damit gezielt die Interessen der freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in den Mittelpunkt stellen.

Anmeldung bitte per Mail an: Freienkongress2017@SWR.de

Für Rückfragen stehen wir vom SWR Personalrat jederzeit unter 0711/929-12946 zur Verfügung.

Hinweis für Gewerkschaftsmitglieder: Ver.di unterstützt die Veranstaltung mit einem Reisekostenzuschuss von bis zu 40 Euro.

(Stefan Tiyavorabun, SWR Personalrat Stuttgart)

Equal Pay Day in den rbb-Redaktionen

Der Fall der ZDF-Kollegin Birte Meier ging diese Woche durch die Presse. Ein Kollege stellte nach dem Urteil die Frage in den Raum: „Wird sie diskriminiert als Frau oder als Freie?“ Unsere Vermutung: doppelt. Die rbb-Freienvertretung kennt sich natürlich nicht wirklich beim ZDF aus. Aber wir wissen, dass der Fall von Birte Meier in den rbb-Redaktionen ganz normaler Alltag ist. In Zahlen ausgedrückt:

Von den rund 300 festangestellten Redakteuren sind fast 2/3 in der Tarifstufe C9 eingestuft. Um auf diese 82.000 Euro im Jahr zu kommen, müsste ein freier Mitarbeiter schon einen Tagessatz von mehr als 330 Euro haben. In Wirklichkeit gingen im vergangenen Jahr aber arbeitnehmerähnlich Freie, die überwiegend als Redakteure gearbeitet haben, im Durchschnitt mit 217 Euro pro Arbeitstag aus dem Haus. (Das entspricht in etwa der Gehaltsstufe eines festen Redaktionsassistenten mit 12 Berufsjahren.) Von Familienzuschlag und Altersversorgung reden wir lieber mal gar nicht.

Und wenn das nicht schon wenig genug wäre: wenn die Freien zugleich Frauen sind, gibt es nochmal 5 Euro weniger am Tag, für Männer entsprechend mehr. Wenn man den etwas höheren Teilzeitanteil der Frauen berücksichtigt, liegt der Abstand bei rund 9 Prozent. Anders gesagt: wenn die freie Durchschnitts-Redakteurin gleich viel Honorar bekommen wollte wie der freie Durchschnitts-Redakteur, müsste sie im Jahr rund einen Monat länger arbeiten. Diesen Equal-Pay-Day hatte das Arbeitsgericht mit dem Verhandlungstag am Mittwoch ziemlich genau getroffen.

Wir werden weiter untersuchen, wie es möglich sein kann, dass bei vergleichbarer Tätigkeit so ungleiche Honorare herauskommen können – auch wenn wir die erforderlichen Informationen einklagen müssen. Den Unterschied zwischen Festen und Freien kann nur ein fairer Honorarrahmen überwinden. Die nächste Verhandlungsrunde findet Ende Februar statt.

Nachtrag 12a-Tarifverhandlungen

Vielen Dank für das große Interesse an unserer Mail zu den 12a-Verhandlungen. Eine erfreuliche Nebenwirkung der unerfreulichen Nachricht: Viele Kolleginnen und Kollegen haben geprüft, wie im Krankheitsfall ihr Schutz eigentlich aussehen wird. Ganz wichtig für gesetzlich Versicherte: Die Wahlerklärung, um zum allgemeinen Beitragssatz mit Anspruch auf Krankengeld versichert zu sein.

Die Personalabteilung hat uns auf einen Fehler hingewiesen. Die in der Mail genannte Telefonnummer war falsch, leider hat eine Mitarbeiterin etliche Anrufe abbekommen, die gar nicht für eure Fragen zuständig ist. Das war nicht unsere Absicht, wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Im Übrigen lässt die Personalabteilung ausrichten: einen Auskunftsanspruch gibt es für Freie nicht (eine weitere Lücke im Tarifvertrag). Wer wissen möchte, auf wie viele Tage Zuschuss im Krankheitsfall man sich einstellen soll oder wie lange die Ankündigungsfrist ist (beides ergibt sich daraus, wie lange man ununterbrochen beim rbb ist), kann die zuständigen Sachbearbeiter natürlich höflich fragen. Ob es eine Antwort gibt, ist in jedem Einzelfall eine Frage der Kulanz. In der Vergangenheit haben wir die Personalabteilung als großzügig kennengelernt.

Apropos Kulanz: nach unserem Schreiben will die Intendanz jetzt zügig prüfen, ob man bis zum Abschluss der 12a-Tarifverhandlungen die verhängnisvolle Regelungslücke auf dem Kulanzweg umschiffen kann. Das würden wir sehr begrüßen. Zumindest im Zusammenhang mit der Fernsehreform hat der rbb angekündigt, auch Erziehungszeiten nicht mehr als Unterbrechungen der Beschäftigung zu werten. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – auch wenn am Ende natürlich eine belastbare Regelung stehen muss. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Zusammenfassung Freienversammlung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

schöne Grüße von der Freienvertretung – und für alle, die nicht dabei sein konnten, eine Zusammenfassung der Freienversammlung gestern.

1. Zum Thema Reform des Fernsehprogramms hatten wir Gäste aus der Geschäftsleitung. Wir haben das Thema eine gute Stunde lang mit Direktor Goudarzi, Chefredakteur Singelnstein, Personalchefin Deléglise und den (Haupt-)Abteilungsleitern Owsinski und Braune diskutiert. Die wichtigsten Ergebnisse: Zusammenfassung Freienversammlung weiterlesen

Evaluationsbericht der Freienvertretung

Für die laufende Evaluierung des Freienstatuts durch die Länder Berlin und Brandenburg haben wir einen Bericht erstellt, in dem wir die Praxis der letzten zwei Jahre darstellen und den Verbesserungsbedarf ausarbeiten. Wir gehen davon aus, dass die Politik im ersten Halbjahr entscheidet, ob die Freien langfristig durch den Personalrat vertreten werden sollen oder ob das Statut nachgebessert wird. Viel Spaß beim Lesen 😉

Evaluationsbericht-Freienvertretung-final

Freienversammlung in Potsdam

Wir hoffen, möglichst viele von euch am kommenden Dienstag, 29.11. um 10 Uhr in Potsdam zu treffen. Denn es wird spannend! Natürlich werden wir über die anstehende Programmreform reden. Mit welchen Auswirkungen die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im rbb rechnen müssen, werden uns Vertreter der Geschäftsleitung erläutern. Zugesagt haben bereits Christoph Singelnstein (Chefredakteur), Sylvie Deléglise (Hauptabteilungsleiterin Personal). Mindestens ein Vertreter aus dem Bereich Produktion wird ebenfalls kommen, um sich euren Fragen zu stellen.

Außerdem wird es um die ver.di-Kampagne „Legalize it“ gehen, ihr erfahrt Neues aus den Tarifverhandlungen für arbeitnehmerähnliche Freie und wir berichten über erste Erfahrungen mit den Perspektivgesprächen für Freie.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit euch am Dienstag in Potsdam, SZF, Raum 311 (Dachgeschoss), 10-12 Uhr.

Die Berliner Kolleginnen, die es nicht nach Potsdam schaffen, können sich im ehemaligen 105er im HdR an der Versammlung per Videokonferenz beteiligen. Gleiches gilt für die KollegInnen in den Studios Frankfurt und Cottbus.

Hinweis verdi-Aktion „Legalize it“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten euch auf die Internetseiten der ver.di-Aktion „Legalize it“ hinweisen, die seit heute in Netz sind. Sie ist interessant für alle rbb-Freien, die nicht Programm gestaltend arbeiten, also vor allem für die Kolleginnen und Kollegen in Produktion und Betrieb. Es geht darum, mit einer gemeinsamen Aktion angeblich „freie“ Mitarbeit in Festanstellungen umzuwandeln.

https://legalize-it.rbbpro.de/

Zur Klarstellung: die Aktion geht von Freien aus der Produktion und ver.di aus – nicht von der Freienvertretung. Bei Fragen direkt zu der Aktion bzw. den Onlineseiten wendet euch bitte direkt an die Initiative (Kontaktdaten online). Aber selbstverständlich steht euch auch die Freienvertretung sehr gerne für alle Fragen zum Thema „Festanstellung für Freie“ zur Verfügung!

Beste Grüße,
Christoph