Sehr geehrte Frau Demmer,
wir von radio3 finden die Entscheidung, Freie Mitarbeiter*innen nach Renteneintritt von jeglicher Tätigkeit für den rbb auszuschließen, falsch.
- Sie spart kein Geld. Für Beiträge und Redaktionsdienste wird immer dasselbe Honorar gezahlt, egal wie alt oder jung, wie erfahren oder unerfahren der Freie Journalist/die Journalistin ist. Und Beiträge wie Redaktionsdienste werden auch in Zukunft von Freien Mitarbeiter*innen übernommen werden müssen. Ohne sie gibt es kein Programm im rbb.
- Die Expertise der Älteren kann nicht ohne weiteres durch jüngere nachrückende Kolleg*innen ersetzt werden. Da in letzter Zeit sehr viele Freie Mitarbeiter*innen nicht weiter beschäftigt wurden, fehlt deren Kompetenz und Arbeitskraft.
- Die Entscheidung läuft der gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland zuwider. In einer Zeit, in der darüber diskutiert wird, das Renteneintrittsalter auf 70 anzuheben, wirft der rbb die Menschen schon mit 66+ raus.
- Die Entscheidung ist unsozial und diskriminierend. Den Freien Mitarbeiter*innen wurde jahrzehntelang versprochen, dass sie auch nach Renteneintritt Beiträge machen können, um ihre oftmals geringe Rente aufbessern zu können, wenn die Redaktionen sie noch beauftragen.
Das, was immer galt, einfach abzuschaffen, finden wir unsozial. Und, siehe oben, auch nicht sinnvoll.
Nachdem zum Jahreswechsel 2025/26 bei radio3 mehrere Kolleginnen und Kollegen ausscheiden mussten, steht jetzt wieder ein Abschied an. Einer Kollegin, seit über 30 Jahren als Freie Mitarbeiterin beim rbb tätig, war von der zuständigen Wellenleitung eine Ausnahmegenehmigung in Aussicht gestellt worden, über die alle Seiten Bescheid wussten. Als es dann konkret wurde, hat das rbb-Direktorium dieser Genehmigung nicht stattgegeben. Es wurde lediglich einer zweimonatigen Verlängerung zugestimmt, damit die Kollegin sich um ihren nach den Absprachen mit dem rbb eigentlich noch nicht geplanten Renteneintritt bemühen konnte.
Sehr geehrte Frau Demmer, wir möchten Sie und das Direktorium hiermit bitten, sich noch einmal zu überlegen, ob Sie wirklich bei dieser unserer Meinung nach nicht sinnvollen und für die Betroffenen in ihren Konsequenzen schmerzhaften Entscheidung bleiben wollen.
Zumindest was Autor*innenbeiträge betrifft, sollte es unserer Meinung nach möglich sein, auch Menschen nach Erreichen des Rentenalters zu beauftragen, wenn die Redaktion es will. Ihr erzwungenes Ausscheiden bedeutet einen hohen sozialen wie journalistischen Verlust. Qualitätsjournalismus, für den der rbb steht, braucht auch berufs- und lebenserfahrene Journalist*innen.
Mit zuversichtlichen Grüßen,
| Oliver Kranz |
| Frank Schmid |
| Florian Rumberg |
| Sarah Hartl |
| Ulrike Jährling |
| Roman Neumann/Ruthardt |
| Nikolaus Bernau |
| Elisabetta Gaddoni |
| Matthias Bertsch |
| Barbara Behrendt |
| Ursula Vosshenrich |
| Shelly Kupferberg |
| Massimo Maio |
| Holger Zimmer |
| Susanne Papawassiliu |
| Jürgen Buch |
| Kirsten Dietrich |
| Franziska Walser |
| Frank Meyer |
| Antje Bonhage |
| Ev Schmidt |
| Anne Spohr |
| Frauke Thiele |
| Sophie Wannenmacher |
| Carolin Pirich |
| Marta Blazanovic-Drefers |
| Silke Hennig |
| Andrea Heinze |
| Vanessa Loewel |
| Katrin Stiller |
| Renate Steiniger |
| Imke Griebsch |
| Fanny Tanck |
| Regine Bruckmann |
| Paul Sonderegger |
| Ortrun Schütz |
| Anke Sterneborg |
| Matthias Käther |
| Anja Herzog |
| Lukasz Tomaszewski |
| Katja Weber |
| Henrike Leißner |
| Birgit Galle |
| Tomas Fitzel |
| Jaako Siren |
| Susanna Tromm |
| Irene Bluche |
| Guylaine Tappaz |
| Anne-Dore Krohn |
| Susanne Lang |
| Melanie Freise |
| Carsten Kampf |
| Kamilla Kaiser |
| Stephan Holzapfel |
Ich möchte auch unterschreiben – bitte setzt meinen Namen unter das Schreiben!
