MDR-Freienrat zum Dicken Brett

Aufruf „Das dicke Brett“

Mit dem Preis „Das dicke Brett“ sollen Kolleginnen und Kollegen ausgezeichnet werden, die sich mit Mut, Ausdauer, besonderem Engagement und originellen Aktionen für die Rechte freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt haben. Dazu brauchen wir eure Vorschläge! Welche Aktion hat euch beeindruckt? Welches persönliche Engagement hatte Strahlkraft? Was hat Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorangebracht?

Gekürt und verliehen wird die undotierte Auszeichnung beim ARD/ZDF-Freienkongress 2019 am 5. und 6. April 2019 in Leipzig. Sendet uns eure Vorschläge mit einer kurzen Begründung und einer Beschreibung bzw. Dokumentation der Aktivitäten per Mail an kongress2019@ard-freie.de oder tragt sie in das Formular auf https://www.ard-freie.de/das-dicke-brett-2019-preistraeger-gesucht ein. Einsendeschluss ist der 3. April.

Alter, was diese Woche wieder los war!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

langsam darf man es sagen: Die Einführung des „Reporterteams“ (Startschuss: Sommer 2017) befindet sich auf der Zielgeraden. Über die Spielregeln besteht weitgehend Einigkeit, nur bei der Bezahlung hüllt sich der rbb weiter in Schweigen. Für freie Kameraleute soll es einen Zuschlag für die Erschwernis geben, denn die Unterstützung durch die EB-Techniker fällt ja weg. Wir halten 50 Euro für angemessen.

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Und ein Name wird noch gesucht. Sternchen gefällig? „Reporter*innenteam“ wäre immerhin gendergerecht. Reporter*innen*team würde zudem noch deutlich machen, dass es weiterhin gewisse kleine Unterschiede zwischen Reporter*innen und dem „Team“ gibt (z.B. bei Geld, Arbeitszeit, Fahrverpflichtung, Bestands- und Versicherungsschutz). Wenn das Team künftig nur noch aus einer Person besteht, läge natürlich das Wording „Ein-Personen-Team“ nahe – aber genau genommen so sinnhaltig wie „Einer-Ehe“ für Geschiedene oder „Solo-Chor“ für Unter-der-Dusche-Singende. Also: Name gesucht, wir leiten ernst gemeinte Vorschläge gerne weiter an unser federführendes Projekt IP 4.0. „EB 2.0“ (= zwei Leute, null Assi)? FmD (=Fahrer mit Drehverpflichtung)? ELWMS (=Eierlegendewollmilchsau)?

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Die Vorstellung der ARD/ZDF-Freienstudie war eine schöne Sache, das Medienecho erfreulich – unsere Themen stehen auf der Tagesordnung. O-Ton ARD-Intendant Metzger (Radio Bremen): „Wir haben ein Thema mit Nicht Programmgestaltenden, wir haben ein Thema mit Freienvertretungen, wir haben ein Thema mit der Vergleichbarkeit von tariflichen Leistungen.“ Er sieht sogar einen begrüßenswerten Trend zu vergleichbaren Arbeitsbedingungen. Wer das nicht glauben kann: Hier nachzusehen ab 1:19:39. Leider noch nicht in der ARD-Mediathek, aber zumindest auf Youtube.

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Die Freien der Abteilung Programmpräsentation haben gewählt, wir freuen uns sehr über die beiden neuen Freiensprecher*innen! Die weißen Flecken im rbb-Organigramm mit Bereich ohne Vertretung werden immer weniger. Wer sich inspirieren lassen möchte: Eine Hilfestellung für Wahlen gibt es hier. Zugegeben, der aktuelle Anlass für die Wahl ist unschön: Nicht einmal die Hälfte der Freien dort hat 12a-Status, laut Dienstplan kommen sie im Schnitt auf 6 Tage im Monat. So prekär ist die Beschäftigung sonst nur noch in wenigen Bereichen. Immerhin: Die neuen Freiensprecher*innen und ihre Führungskräfte haben sich schon zusammengesetzt und die wunden Punkte angesprochen. Wir bleiben dran.

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Beim ARD-Freienkongress sind noch Plätze frei, 90 Anmeldungen haben die Kolleg*innen aus Leipzig schon angenommen. Und wer noch einen würdigen Preisträger für den renommierten Freienpreis Das Dicke Brett vorschlagen will: Die Nominierungen laufen.

Ein schönes Wochenende wünscht

Eure Freienvertretung

Alter, was diese Woche wieder los war!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die am letzten Freitag veröffentlichte Studie zur sozialen Lage der freien Mitarbeiter*innen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten hat ein mediales Echo gefunden. Wenn ihr uns auf Facebook folgt (https://www.facebook.com/freienvertretung/), dann habt ihr die jeweils aktuellen Veröffentlichungen mitbekommen. Vor allem die Medienmagazine haben die Ergebnisse aufgegriffen und weitere Fragen gestellt. Wie sieht es zum Beispiel mit dem Nachwuchs in den Landesrundfunkhäusern aus? Gar nicht gut, hat das Medienmagazin „mediasres“ des Deutschlandfunks recherchiert.

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Alter, was diese Woche wieder los war!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, so viel ist sicher, wir machen Fortschritte. Fragt sich nur: Wohin eigentlich? Und: In welchem Tempo?

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Mit Bezug auf den Honorarrahmen Programm ist der Fortschritt definitiv eine Schnecke. Die gute Nachricht im Vergleich zur letzten Woche: Statt eines Verhandlungstermins erst im März gibt es jetzt immerhin eine Arbeitssitzung im kleinen Kreis (nächste Woche Donnerstag). Die schlechte Nachricht: Jeder Tag, den die Verhandlungen länger dauern, spart dem rbb 10.000 Euro (allein für die erste Anpassungsstufe, bei einer Angleichung auf Festen-Niveau sind es eher 25.000). Wer sich über die bisherige Verhandlungsbilanz klar werden möchte: Begonnen haben die Verhandlungen heute vor 4889 Tagen.

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Gar nicht schnell genug gehen kann es dagegen bei der senderweiten Einführung von MoJo (= Mobile Journalists = Mobiltelefon-Journalisten = iPhone-VJ). Nach dem Testlauf bei zibb mit drei MoJo-Köfferchen hat der rbb jetzt auf 40 Exemplare aufgestockt und hätte es am liebsten, dass die Abendschau-, BA- und Sportkolleg*innen ab sofort damit losziehen, ganz ohne Team. Der Personalrat hat erstmal auf Stopp gedrückt und auch die Freienvertretung hat noch Fragen, vor allem zur Arbeitszeit, Belastung und zum Honorar.

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Auf der Zielgeraden ist das so genannte „Reporterteam“ (= 1-Personen-Team = der Kameramensch übernimmt alleine die bisherigen Aufgaben der EB-Technik). Der Sender will vom Probe- zum Regelbetrieb übergehen, dazu sollen die Kameramenschen zum Fahren des EB-Autos verpflichtet werden. Die Freienvertretung fordert mit dem Personalrat: Einen klaren Kriterienkatalog für (un)geeignete Einsätze, einen fairen Zuschlag für die Mehrarbeit und vor allem: Freiwilligkeit. Wer nicht mitmachen will, darf dadurch keine Nachteile haben. Heute Abend (nach Redaktionsschluss) will die Abteilung den Betroffenen ihr Angebot vorstellen, gestern Abend haben sich die freien und festen EB- und Kamerakolleg*innen schon mal intern eingestimmt. Die Freienvertretung durfte dabei sein und kann bezeugen: Die wissen, wie man kämpferisch-solidarisch seine Interessen durchsetzt!

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Und das macht Schule: Aufstehen statt Wegducken sehen wir in immer mehr Abteilungen. Die Freien eines ganzen Bereichs im Play-Out-Center haben gemeinsam eine Anwältin beauftragt, ihre Rechte zur Not gerichtlich durchzusetzen. Nächste Woche will das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg dazu einen Musterfall entscheiden. Den Mund aufmachen kann man natürlich auch ohne Rechtsbeistand. In der Programmpräsentation wählen die Freien gerade Sprecher*innen. Die Cutter*innen fordern, dass sich die Arbeitsverdichtung und neue Abläufe in den Honoraren widerspiegeln. EB-Techniker sind längst für Live-Schalten, Streams und komplexe Tonaufnahmen verantwortlich – aber der Honorarrahmen Produktion von 2013 bildet vor allem die Anforderungen aus der Welt von gestern ab. Oder auch gar nichts, so wie bei den Fahrer*innen. Für ihre Arbeit gibt es nicht einmal ein Tarifhonorar, der Sender zahlt knapp über Mindestlohn. Macht nicht mal 80 Euro am Tag. Ein festangestellter Fahrer nach Tarifgruppe H mit zwei Kindern bekommt mehr als das Doppelte. Angleichen ist wie wertschätzen, nur krasser. Festanstellung wäre natürlich auch eine Lösung.

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Dass „Gute Arbeit auch für Freie“ mal ein Thema für Wissenschaftler und den Bundestag sein würde – wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht? Die erste große „Studie zur sozialen Lage der freien Mitarbeiter*innen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ wird am nächsten Freitag vorgestellt. Selbstverständlich, dass Bundestagsabgeordnete darüber nicht nur mit ARD-Intendant Metgzer (Radio Bremen) diskutieren, sondern auch mit der rbb-Freienvertretung. #fortschritt. Wer dabei sein will: 25.1., 17 Uhr, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin.

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Zum Schluss noch ein Dickes Brett. Der gleichnamige Preis des ARD-Freienrats steht noch für zwei Monate noch bei uns im Büro – in Vertretung für die Aktivisten der Legalize-it-Kampagne, ohne die 520 rbb-Freie heute keinen Bestandsschutz hätten. Im April wird die Jury auf dem ARD/ZDF-Freienkongress in Leipzig einen neuen Preisträger für das Brett bestimmen. Macht der SWR mit seinem brandneuen Bestandsschutz-Tarifvertrag das Rennen? Die kämpferischen Kolleg*innen der Deutschen Welle? Die tolle Mailingliste der Deutschlandradio-Freien? Eure Vorschläge sind gefragt.

Ein schönes Wochenende wünscht

Eure Freienvertretung

Alter, was diese Woche wieder los war!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dank des neuen 12a-Tarifvertrags geht das neue Jahr zumindest besser los als das alte. Schon mal nachgerechnet, um wie viel länger die eigene Ankündigungsfrist geworden ist? Familiensonderzahlung beantragt? Über Bildungsurlaub nachgedacht? Der lohnt sich jetzt selbst finanziell: Statt wie bisher pro Bildungstag ein knauseriges 1/365 des Vorjahreseinkommens zu zahlen, gibt es vom rbb in diesem Jahr faire 1/251. Neu ist u.a., dass auch für die Brandenburger das Berliner Bildungsurlaubsgesetz angewendet wird. Einzelheiten findet ihr im Intranet, den ganzen Tarifvertrag hier. Alter, was diese Woche wieder los war! weiterlesen