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Nicht mehr ohne die Belegschaft!

Die rund 500 Teilnehmenden haben am 23. August 2022 die folgende Resolution beschlossen:

Auch die Abberufung der rbb-Intendantin durch den Rundfunkrat konnte den Vertrauensverlust in die verbliebene Geschäftsleitung nicht stoppen. Im Gegenteil: Ihr Agieren hat die Hoffnung auf konsequente Aufklärung der Vorwürfe bitter enttäuscht. Nach der Intervention der ARD-Intendant*innen ist der rbb an den Rand der Handlungsunfähigkeit geraten. Im Interesse der Belegschaft und unseres Programms müssen alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen: Neben den Führungskräften sind nicht nur der Rundfunk- und der Verwaltungsrat gefordert, sondern auch die Parlamente in Berlin und Brandenburg. Das Engagement und die Expertise der Beschäftigten jetzt konsequent einzubinden, wird der entscheidende Erfolgsfaktor sein.

1. Neuaufstellung der Geschäftsleitung

Nach der Intervention der ARD-Intendanten ist der Rundfunkrat gefordert, unverzüglich eine vertrauenswürdige Interims-Geschäftsleitung einzusetzen. In dieser Übergangszeit dürfen bei der Neubesetzung von Führungspositionen keine Fakten geschaffen werden.

  • Hinterzimmerkungeleien und alte Seilschaften können wir uns nicht erlauben. Die ganze Belegschaft – Feste und Freie – müssen unverzüglich in den transparenten Findungsprozess einbezogen werden. Wer die Belegschaft nicht überzeugen kann, wird keinen überzeugenden Neustart gewährleisten können.
  • Dies gilt auch für die Ausschreibung bei der regulären Besetzung der nächsten Geschäftsleitung. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen vor ihrer Wahl ihre Qualifikation nicht nur vor der Belegschaft präsentieren, sondern auch vor den Augen der rbb-Nutzer*innen in Berlin und Brandenburg bestehen.

2. Mehr Beteiligung wagen – Intendantenverfassung abschaffen!

Die unverhältnismäßig starke Stellung der Intendantin / des Intendanten bei zugleich schwacher ehrenamtlicher Kontrolle hat sich überlebt. Allein der Austausch des Spitzenpersonals wird nicht reichen. Wir brauchen wirksame Compliance-Regeln und einen zeitgemäßen rbb-Staatsvertrag.

  • Die Mitspracherechte der Beschäftigten müssen gesetzlich verankert werden, etwa bei der Besetzung von Führungspositionen bis hin zur Intendant*in. Erfolgreich führen kann nur, wer auch das Vertrauen der Beschäftigten gewinnt – statt durch Boni versüßte Gefolgschaft müssen transparentes Handeln, Kritikfähigkeit und Zivilcourage die entscheidenden Karrierefaktoren sein.
  • Wir brauchen stärkere Aufsichtsgremien. Dies erfordert nicht nur neue gesetzliche Kompetenzen und eine angemessene Ausstattung, sondern auch Persönlichkeiten, die ihre Verantwortung engagiert wahrnehmen – einschließlich der Beschäftigten, deren interne Kenntnisse systematisch eingebunden werden müssen.
  • Die Freien – knapp die Hälfte der Belegschaft und der allergrößte Teil der Journalistinnen und Journalisten – werden bisher nicht durch den Personalrat vertreten und sind nicht in die Rundfunk- und Verwaltungsräte eingebunden. Das längst erkannte Problem muss unverzüglich im Staatsvertrag umgesetzt werden.

3. Aufklärungskommission / Zukunftskommission

Die Beschäftigten werden in den nächsten Tagen Persönlichkeiten aus der Mitte der Belegschaft und von außen benennen. Sie sollen unabhängig und im Auftrag aller rbb-Beschäftigten

  • aufklären, wie die Missstände in der Geschäftsleitung über einen so langen Zeitraum toleriert werden konnten,
  • wie allen hehren Unternehmenszielen zum Trotz eine Unternehmenskultur gedeihen konnte, in der selbst offenkundige Verfehlungen und fragwürdige Führungsentscheidungen hingenommen werden konnten.
  • Die Mitglieder der Kommission müssen für ihre Aufgabe freigestellt werden, sie müssen die volle Unterstützung der amtierenden Geschäftsleitung bekommen und Zugang zu allen erforderlichen Unterlagen. Sie agieren unabhängig von Weisungen und berichten der Belegschaft laufend.
  • Die Kommission legt einen betriebsöffentlichen Bericht vor und gibt Empfehlungen, wie das Vertrauen zwischen Belegschaft und Führungskräften gestärkt werden kann und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um vergleichbare Vorgänge in Zukunft zu verhindern.

Bei aller Hilfe von außen, die wir jetzt brauchen: Damit der rbb-Neustart gelingt, müssen wir uns auch intern neu aufstellen. Gemeinwohlorientierung, flache Hierarchien, transparente Planung, konsequente Offenheit für die Wünsche unserer Nutzer*innen, Priorität für hochwertige Inhalte, mehr Ressourcen für ein gutes und vertrauenswürdiges Programm sind Daueraufgaben, die wir nicht an eine Geschäftsleitung delegieren können. Eine gesellschaftliche Debatte über eine Schärfung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist überfällig. Die Glaubwürdigkeit des rbb werden wir nur wieder herstellen können, wenn unsere Arbeit überzeugend ist und wenn wir von unserer Arbeit überzeugt sind.

Bonus-System + Malus-System + Umfrage

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich – was sich alles so über die Sommerferien enthüllen, verleugnen, aufklären lässt. Die wie immer streng nach wissenschaftlichen Grundsätzen arbeitende Freienvertretung tüftelt noch einem Phasen-Modell, dass das ganze rbb-Trauerspiel in nachvollziehbare Einzelteile zerlegen kann.

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Erdbeben im Sender + Bestandsschutz + Aufklärungskommission

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Freienvertretung fällt es schwer sich vorzustellen, dass in diesem Newsletter irgendetwas stehen könnte, was ihr nicht sowieso schon alle wisst. Seit Anfang der Woche treffen sich virtuell tausende rbb-Kolleg*innen in den unterschiedlichsten Foren. Deshalb hier vielleicht der Versuch, den nicht für möglich gehaltenen Wahnsinn noch einmal zu bündeln.

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Tarifverhandlungen Beschäftigungssicherung: Gewerkschaften legen Angebot vor

In der Verhandlungsrunde vom 12. August haben die Gewerkschaften der rbb-Delegation ein überarbeitetes Angebot vorgestellt.

Die Gewerkschaften nehmen darin einzelne Forderungen aus dem Eckpunktepapier des rbb auf, machen aber deutlich, dass das Stufenmodell wesentlich früher (6 Jahre) als bisher vom rbb gefordert (12 Jahre) greifen muss. Auch müssen Beschäftigungszeiten mit Zeitverträgen, Eltern- und Pflegezeiten sowie die Ausbildung an der ems anerkannt werden. Beendigungen wären für diesen geschützten Personenkreis nur noch in besonderen Fällen möglich, je nach Beschäftigungsdauer  greift einen Honorargarantie zwischen 20 und 100 Prozent. Der rbb könnte bei Rationalisierungen und Umstrukturierungen ggf. auch Umschulungen verlangen und muss aber angemessene und gleichwertige andere Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten.

Der Austausch über das Angebot der Gewerkschaften war konstruktiv und sachlich. Die rbb-Delegation hat sich heute nicht zu den Forderungen positioniert, bietet aber eine zügige Fortsetzung der Verhandlungen im September an. Beide Seiten haben sich versichert, in absehbarer Zeit einen Abschluss anzustreben.

Eure gewerkschaftliche Verhandlungsdelegation

  • ver.di: Marika Kavouras, Dagmar Bednarek, Andrea Mavroidis
  • DJV: Christoph Reinhardt, Michael Hirschler

Freie dürfen nicht auf der Strecke bleiben 

Die Freienvertretung hält den Rücktritt von Patricia Schlesinger als Intendantin für die richtige Entscheidung. Nur so kann nach wochenlangen Spekulationen in den Medien über vermeintliche oder tatsächliche Verfehlungen in der Chefetage  Ruhe für eine lückenlose und transparente Sachaufklärung einkehren. Dazu muss die gesamte Geschäftsleitung beitragen. Hoffentlich ohne die journalistische Arbeit freier wie fester Kolleg*innen weiter zu belasten.

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Vorwürfe + Bestandsschutz + Energiepreispauschale

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das klassische Sommerloch sieht wahrlich anders aus! Auch wenn die Freienvertretung – so wie vermutlich die meisten freien und festen Kolleg*innen auch – nur Beobachterin der sichweiterhin überschlagenden Medienberichteüber den rbb  ist – über Langeweile können wir im Moment jedenfalls nicht klagen! Auch wir staunen über die täglich neuen Hervorbringungen und rätseln, was als wohl als nächstes auf den Tisch kommen könnte?

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Compliance-Vorwürfe + Freiensprecher*innen + Ergänzungsurlaub

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

viele Freie freuen sich drauf, viele Chefs fürchten ihn: Unser wöchentlicher Newsletter ist innerhalb des rbb längst zur festen Institution geworden – nun wird auch erstmals in der Presse außerhalb des rbb daraus zitiert. Mit einer „mehrseitigen Stellungnahme“, schreibt der Tagesspiegel am Montag, habe sich die „Vertretung der Freien Mitarbeiter“ zu Wort gemeldet. Sie beklage darin, „nur noch aus der Presse über die Vorgänge im Sender zu hören“, und fordere die „Offenlegung der Kosten für das geplante digitale Medienhaus“ – nicht zuletzt, weil Einsparungen meist bei den „Honoraren der freien Journalisten“ stattfänden. 

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Compliance-Vorwürfe + Untersuchung + Journalist*innenstudie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Bloss nicht langweilen!“ Zusammen mit unserem gekaperten Newsletter-Claim (s.o.) ist dieser Spruch seit Jahren das Leitmotiv des rbb-Marketings. Er wurde aber wohl noch nie so sehr mit Leben gefüllt wie in diesen Tagen – wenn auch sicherlich ganz anders, als es ursprünglich gedacht war und wir alle uns das gewünscht hätten: Nämlich nicht vor allem mit unserem eigenen, spannenden Programm, sondern mit den täglich neuen Vorwürfen und Enthüllungen rund um die mutmaßlichen Verfehlungen der Intendantin, undurchsichtige Beraterverträge und Baukosten-Schätzungen für das Digitale Medienhaus. Allein die Berichte über die von Schlesinger und Co. ausgeschlagene Einladung des Brandenburger Landtags umfassen sage und schreibe 62 Seiten im rbb-Pressespiegel!

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Löffelhäppchen + Schlagzeilen + Belegschaftsversammlung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wer in der Aktualität zuhause ist, weiß natürlich: Manche Themen kann man sich nicht aussuchen, die sind gesetzt, ob es einem passt oder nicht. Und so viel ist sicher: Dass unsere Intendantin und der rbb-Verwaltungsratsvorsitzende überregionale Schlagzeilen machen, das passt der Freienvertretung ganz und gar nicht.

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