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Zukunft Bild & Ton

Reform- und Forderungskatalog für E-Kamera, EB-Technik, EB-Kamera und Reporterteams

Sehr geehrte Katrin Vernau, liebe Kollegen und Kolleginnen im RBB,

in der Abteilung „Video und Wandel“ haben wir die letzten Wochen genutzt für eine gründliche Revision der Entwicklungen der letzten Jahre und eine Bestandsaufnahme der dringendsten Problemlagen in unserer Reihen. In einem gemeinsamen Prozess der Selbstverständigung, unter Beteiligung vieler Kolleg*innen, haben wir uns mit der Frage beschäftigt, was unsere Arbeit eigentlich ausmacht und wo wir als Kamera- und Tonleute im Sender derzeit stehen. Das Ergebnis im Anhang ist ein Lage- und Stimmungsbild aus der PUB. Der Text gibt in Grundzügen die Konfliktlagen in unserer Abteilung wieder. Das Papier enthält Positionen zum professionellen Selbstverständnis und beschreibt spezifische Probleme und Herausforderungen unserer Gewerke. Es enthält aber auch sehr grundsätzliche Positionen zur Unternehmenskultur im RBB.

Das Papier ist offen und kritisch in der Ansprache und enthält sicherlich streitbare Positionen. Herausfordern wollen wir aber lediglich zur ehrlichen Auseinandersetzung in der Frage, wie sich der RBB verändern muss, damit er wieder unser Sender wird, in dem wir gerne arbeiten. Wir betrachten den Text insofern als ersten Aufschlag für weitergehende Diskussionen, die wir unter uns und mit verschiedenen Abteilungen und Direktionen im RBB führen wollen. Wir hoffen, dass nach den Umbrüchen des Sommers und unter einer neuen Leitung, die Chance zur Transition und Umgestaltung des RBB tatsächlich ergriffen wird.

Mit freundlichen Grüßen,

i.V. der freien Belegschaft

Martin Hahn (Bereichssprecher Kamera Potsdam)
Hendrick Lier (Bereichssprecher E-Kamera)
Lars Maibaum (Freienvertretung)
Matthias Neumann (Bereichssprecher Kamera Berlin)
Sven Otto (Bereichssprecher EB-Technik Potsdam)

Entfernte Langeweile + Partizipation + Freiensprecher:innen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

jetzt ist es amtlich! Die Zeit der „Langeweile“ IM rbb ist definitiv vorbei! Alles abgeraspelt und weggekratzt. Der „flotte“, in großen Lettern an die Scheiben des Berliner Fernsehzentrums nach innen(!) geklebte Spruch “BLOSS NICHT LANGWEILEN“ ist Geschichte. Seine Entfernung Anfang der Woche hat es bis in die Tagespresse geschafft. Vielen Kolleginnen und Kollegen war der selbstironisch gemeinte – aber nicht von allen so verstandene – Spruch von Anbeginn ein Dorn im Auge. Denn viele haben den Subtext: „ihr seid ein lahmer Haufen“ immer mitgelesen.  Und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass unsere ehemalige Intendantin das auch so gemeint haben könnte.

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Kennenlernrunde + Rundfunkrat + nächste Schritte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die jetzt zu Ende gehende Woche war von einer gespannten Ruhe geprägt: Kaum Versammlungen, kaum Presseberichte – aber das allgegenwärtige Gefühl, dass mit den nächsten Entscheidungen wichtige Weichen für die Zukunft des rbb gestellt werden. Wie geht es weiter mit dem basisdemokratischen Aufbruch im Haus, den Forderungen nach mehr Belegschaftsbeteiligung und flacheren Hierarchien – aber auch nach Stärkung des Programms und Gleichstellung der Freien?

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Intendantin-Kennenlernen + Mitbestimmung + rbb-Staatsvertrag

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine ungewöhnliche Woche geht zu Ende. Ungewöhnlich deshalb, weil nicht eine einzige Belegschaftsversammlung stattgefunden hat, also mal nicht – wie in den vergangenen Wochen – regelmäßig gemeinsam mehr als 1000 Kolleginnen und Kollegen über die Verwerfungen im Sender diskutiert haben. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Vakuum, lässt sich aber ganz gut dadurch erklären, dass wir zwar eine neue Senderspitze haben, Frau Vernau aber erst gestern offiziell ihr Amt angetreten hat. 

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Interimsintendantin + Belegschaftsversammlung + Energiekostenzuschuss

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Intendant*innensuche ist nicht nur kein Zuckerschlecken, wie wir schon letzte Woche festgestellt haben – sie ist auch kein Wunschkonzert. Diese durchaus ernüchternde Erfahrung musste die Freienvertretung in den vergangenen Tagen machen. Unsere Forderung, dem Rundfunkrat eine echte Wahl zwischen mehreren Kandidat*innen zu ermöglichen, konnten wir in der Findungskommission leider nicht durchsetzen.

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Interimsintendantin: Wir brauchen eine echte Wahl!

Zu den Berichten über die Wahl der Interims-Intendantin nimmt die rbb-Freienvertretung Stellung:

Die Freienvertretung hat aus der Presse erfahren, dass der Rundfunkrat morgen über einen einzigen Personalvorschlag entscheiden will. Dabei hätte der Rundfunkrat lediglich die Wahl, sich für oder gegen die jetzige Verwaltungsdirektorin des WDR, Vernau, zu entscheiden.

Die Freienvertretung ist irritiert über diese selbstgewählte Alternativlosigkeit. Wir haben keinen Zweifel an der fachlichen Eignung von Frau Vernau. „Vernau verfügt über Qualifikationen, die dem rbb in seiner derzeitigen Situation helfen können“, sagt Dagmar Bednarek, Mitglied der vierköpfigen Findungskommission und Vorsitzende der Freienvertretung. „Kritik übt die Freienvertretung aber am Verfahren“.

Wir bezweifeln, dass das gewählte Verfahren ohne echte Auswahl für die Rundfunkräte geeignet ist, das Vertrauen der Belegschaft in die Interimsintendantin zu fördern. Das Agieren des WDR-Intendanten im Umgang mit der rbb-Führungskrise wurde in der rbb-Belegschaft mit großer Skepsis wahrgenommen. Allein der Eindruck, mit Frau Vernau werde eine Statthalterin des WDR eingesetzt, wäre eine erhebliche Bürde. Auch die Rolle der WDR-Verwaltungsdirektorin in der aktuellen Tarifrunde belastet das Vertrauen der Belegschaft erheblich. Es gibt Zweifel, ob die Interimsintendantin ihre Schlüsselrolle auch im Interesse der rbb-Belegschaft ausüben wird.

Wir appellieren an den Rundfunkrat, eine echte Wahl zu treffen. Zeitdruck sei kein schlüssiges Argument, sagt Dagmar Bednarek: „Die Findungskommission hatte weitere geeignete Kandidat*innen im Blick, die aber bisher nicht gehört wurden“. Es ist wichtig, die angeschlagene rbb-Geschäftsleitung schnell neu aufzustellen. Genauso wichtig ist, dass die Belegschaft in diesem Prozess mitgenommen wird. Eine “alternativlose“ Entscheidung dient diesem Ziel nicht.