Billig-Dokus + Arbeiten im CNC + Freie im Personalrat

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

war das in dieser Woche etwa die Ruhe vor dem Sturm? Also nicht meteorologisch gesehen. Jedenfalls haben sich die Beratungsanfragen an die Freienvertretung stark in Grenzen gehalten. Vermutlich sind die freien Kolleg*innen ihre wichtigsten Anliegen auf der gut besuchten Freienversammlung in der vergangenen Woche losgeworden. In der nächsten Woche nun zieht ein wahrer Party-Orkan über den Sender. Jeden Tag eine andere Festivität! Jede und jeder von uns kann bei allem dabei sein, sofern das arbeitstechnisch überhaupt einzurichten ist. Aber mehr dazu weiter unten!

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Nicht so sehr in Feierlaune waren die freien Fernseh-Autorinnen und -Autoren bei einer Infoveranstaltung mit dem richtungsweisenden Titel „Hallo Nachbarn“ – neue rbb-Dokus zum Billigtarif? AG Dok, der Berufsverband der Dokumentarfilmer*innen, und die rbb-Freienvertretung hatten zu dem Treffen eingeladen. Für die Sommerpause sollen 20 regionale Halbstünder fürs Fernsehen entstehen, um die u.a. durch die zibb-Streichung verprellten Berliner und Brandenburger Zuschauer*innen wieder zu besänftigen und als rbb-Zuschauer*innen zurückzugewinnen. Gut gemeint, aber schlecht gemacht? Jedenfalls stand als zentrale Frage im Raum, wie ein halbstündiger Fernsehfilm für die Hälfte (nämlich 4500 €) des üblicherweise fälligen Honorars entstehen kann – ohne dass sich die Macher*innen komplett selbst ausbeuten (müssen)? Das soll so gehen: es werden keine aufwändigen „Hochglanz-Dokus“ anvisiert, sondern „leicht, locker, lässig“ gedrehte Fernsehreportagen aus der Hüfte…äh Region. Nötige Infos und Kontakte kommen aus den unterschiedlichen Redaktionen im Hause, erläutert der zuständige Leiter, Johannes Unger. Die Macher*innen müssen nur noch ausschwärmen, um aus der Idee eine leicht, locker, lässige Reportage entstehen zu lassen. Doch auch für leicht, locker und lässig gedrehte Reportagen bedarf es einer Recherche, Absprache mit Protagonisten, Motivbesichtigung und und und…kritisieren die Autor*innen, pardon Realisator*innen. All das soll berücksichtigt werden, jeder Arbeitstag soll bezahlt werden, man wolle sich an die tariflichen Vorgaben halten, heißt es offiziell. Die Freienvertretung wird ein Auge darauf haben und kann allen für das Format arbeitenden Kolleg*innen nur dringend empfehlen, sehr genau ihre Arbeitszeit zu dokumentieren und ebenso genau abzurechen. Wir helfen gern!

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Die Honorarsituation ist ja auch im CNC weiter Dauer-Thema. Die Älteren erinnern sich: bei den Freien gibt es neun unterschiedliche Honorarstufen! Doch das stand in dieser Woche (leider) gar nicht zur Diskussion, sondern vielmehr die rein physische Ausgestaltung der Arbeitsplätze: gibt es genug Licht, wie ist die Luft, funktioniert die Sonnenblende usw. Das alles ermittelt eine Gefährdungs-BeUrteilung (kurz GBU), an der (außer dem Personalrat und der Freienvertretung) u.a. Sicherheitsingenieur und Betriebssarzt teilnehmen.

Der Personalrat hatte im Vorfeld durchgesetzt, dass statt der vorgesehenen über 50 Arbeitsplätze im Newsroom nur 34 eingerichtet werden. Mehr ist laut Arbeitsstättenverordnung auch gar nicht zulässig – was dem rbb-Planungsteam irgendwie durchgerutscht sein muss? Auch welche Türbreite für einen barrierefreien Zugang vorgeschrieben ist, war wohl vorab nicht bekannt? Jedenfalls kommt ein*e Rollstuhlbenutzer*in in keine der vier als Gemeinschafts- und Pausenräume vorgesehenen Lounges. (Die barrierefreie Toilette ist aber immerhin schon im Bau!) Dumm gelaufen und für den Personalrat ein echtes k.o.-Kriterium bei der Genehmigung für einen Regelbetrieb des CNC. Das Gutachten wird in den nächsten Wochen erwartet. Danach werden konkret vorzunehmende Maßnahmen besprochen. 

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Treue Leser*innen des Newsletters wissen, dass die Freienvertretung vertrauensvoll mit dem Personalrat zusammenarbeitet. Oft aus purer Notwendigkeit – auch wenn wir die Kolleg*innen wirklich sehr gerne mögen! Denn unsere derzeitige Arbeitsgrundlage, das Freienstatut, gibt uns nur sehr wenige Rechte an die Hand. Anders das Bundespersonalvertretungsgesetz, auf dessen Grundlage der Personalrat arbeitet. Aus unserer Kooperation wird aber spätestens 2024 eine Einheit: Feste und Freie werden dann gemeinsam im Personalrat arbeiten – die Novellierung des BPersVG macht es möglich. Diese – historische – Wahl haben gestern bereits die Kolleg*innen der Deutschen Welle vollzogen. Dort ist der erste „fest-freie“ Personalrat in Berlin gewählt worden. Die Freienvertretung gratuliert herzlich! #freieindenpersonalrat

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Nach so viel Euphorie müssen wir noch einmal hinabsteigen in die Niederungen der fehlenden Beschäftigungsperspektiven im EB-Bereich. Für die kommenden beiden Jahre rechnet die Abteilung Video und Wandel mit einem Wegfall von 1700 sog. „Tagwerken“ für Kameraleute. Stattdessen muss der rbb Ausgleichszahlungen in Höhe von bis zu einer halben Million Euro pro Jahr leisten, da die Kolleg*innen Bestandsschutz haben. Das klassische EB-Team mit Kamera- und Tonmensch steht – nach Aussage des rbb – dem digitalen Umbau im Weg. Und deshalb wird lieber fürs Nichtstun bezahlt. Welche Beschäftigungsperspektiven es dennoch geben könnte, soll auf einer Abteilungs-Versammlung am kommenden Dienstag, den 28.6.2022 besprochen werden. Massenhaftes Erscheinen ist geboten und dringend angeraten! Es handelt sich um eine Hybrid-Veranstaltung. Leibhaftige Teilnahme ist in Raum 235 der zweiten Etage des Radiohauses in Potsdam möglich. (Vorheriger Test und Abstandsregeln sind erwünscht!) Digital kann man sich hier dazu schalten.

Klicken Sie hier, um an der Besprechung teilzunehmen

Die Bitte ist, das nicht vor 18.20 Uhr zu tun!

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Eine Steilvorlage für die im Herbst anstehenden Gehalts- und Honorar-Tarifverhandlungenbekommen die Gewerkschaften von ganz unerwarteter Seite! Ausgerechnet die rbb-Geschäftsleitung weist die Richtung, in die ein möglicher Tarif-Abschluss gehen könnte – nämlich ganz schön nach oben. Um 16 Prozent ist das Jahresgehalt der Intendantin auf jetzt 303.000 € angehoben worden und immerhin 12 Prozentobendrauf gab es für die rbb-Direktor*innen, hat die „Welt“ ausgerechnet. Die Zeitung hat wohl richtig gerechnet, denn die Zahlen sind unmittelbar nach der Veröffentlichung auch auf der ARD-Seite erschienen. Da macht sich Vorfreude unter den Freien breit. Bei dieser Verhandlungs-Vorlage sollte das Erreichen des Zielrahmens bei den Honoraren im Programm locker zu schaffen sein. Dann gäbe es auch endlich Honorargerechtigkeit im CNC (s.o.).  #gleichesgeldfürgleichearbeit

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Wir nähern uns der angekündigten Party-Zone. Morgen feiert radioeins ganztägig umsonst und draußen in Potsdam, am Montag (27.6.) wird das CNC ab 17 Uhr feierlich eröffnet. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag laden die Summer Lounges in Berlin (Rondell) und Potsdam (Eiche)zu einem gechillten Feierabend-Drink zwischen 16 und 19 Uhr ein. Und zu guter Letzt steigt am 31.6.das rbb-Sommerfest. Dazu wird es noch genauere Informationen geben. So jedenfalls steht es im Intranet!

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Jetzt aber erstmal: Schönes Wochenende!

Eure Freienvertretung

 

 

Probleme mit den Intranet-Links? Wer von außen auf das Intranet zugreift, ersetzt den URL-Anfang (https://intranet.rbb-online.de/) durch https://mein.rbb-online.de:11005/.

Vorabendhonorare + Beschäftigungssicherung + Online-Umfrage


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie kommt das rbb Fernsehen aus dem Quotentief, in das es seit der Einstellung von zibb Ende letzten Jahres gerutscht ist? Mit hochwertigem, gut recherchiertem regionalem Programm sollte man meinen! Diese Erkenntnis schien sich auch in der Programmdirektion durchgesetzt zu haben: Sie will der Quotenkrise vor allem im Vorabend begegnen, indem für das Magazin „Schön und gut“ drei zusätzliche regionale Beiträge produziert werden. Die Freienvertretung applaudierte bereits zu dieser vermeintlichen Trendwende hin zu mehr Regionalität und Programmqualität. Doch die scheint sich schon jetzt als Rohrkrepierer zu erweisen.

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Aus für Abstandsregeln + DMH-Infoveranstaltung + 9-Euro-Ticket

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der rbb lässt die Masken fallen! Diesmal nicht im metaphorischen Sinne, sondern buchstäblich: Seit dem Himmelfahrtstag sind die Corona-Abstandsregeln und damit auch die Maskenpflicht im rbb aufgehoben – nach über zwei Jahren können wir unseren Kolleg*innen auch im rbb wieder ins unverhüllte Gesicht schauen!

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Mehr Regionalität + Freie gesucht + Umfrage zur Stimmung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dieser Tage ist ja oft von einer „Zeitenwende“ die Rede auf der großen politischen Bühne. Wir im rbb haben eine regionale Zeitenwende ja schon längst hinter uns. Die hat im vergangenen Jahr stattgefunden, als über 70 Kolleg*innen von zibb mitgeteilt wurde, dass sie fortan wohl nicht mehr gebraucht würden.  Das regionale Wohnzimmer, das zibb für viele Zuschauer*innen war, wurde kurzerhand geräumt. Kam nicht so gut an – weder bei den Kolleg*innen noch bei den Zuschauer*innen. Die Quote am Vorabend ist im freien Fall. Deshalb nun die Kehrtwende, wieder hin zu mehr Regionalität. Täglich sollen nun wieder drei eigenproduzierte Filme aus der Region im Vorabend zu sehen sein. Das Geld dafür kommt übrigens aus der eisernen Reserve des Programmdirektors. Das ist gut, findet die Freienvertretung. Nicht so gut ist, dass für die Umsetzung nun freie Kolleg*innen fehlen. Etliche haben wohl nach der Einstellung von zibb das Weite gesucht bzw. andere Auftraggeber gefunden. Viele stehen – so beklagen die Redaktionen – nicht mehr zur Verfügung.

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