2G und die Folgen + Freie im Podcast + Beschäftigungssicherung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ganz ehrlich: die allermeisten von uns sind davon ausgegangen, dass Corona im Jahr 2022 Geschichte sein wird, oder?! Aber nicht nur die Infektionszahlen gehen gerade durch die Decke, auch unsere Arbeitsbedingungen erfahren keinerlei Entspannung. Im Gegenteil: der rbb hat die internen Corona-Maßnahmen bis Ende März verlängert. Dazu gehört auch, dass der Sender nur noch von geimpften oder genesenen Personen betreten werden darf. Die Zutrittsbeschränkung, die seit kurz vor dem Jahreswechsel gilt, hat viele überrascht, einige verärgert. Bis Februar müssen die Zugangsregeln upgedatet werden.

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Über allem steht die Sicherheit des Sendebetriebs, betont die Geschäftsleitung.  Und natürlich der Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden. Ob Omikron harmloser ist als Delta muss sich ggf. noch erweisen. Fakt ist, dass der Krankenstand im rbb ähnlich hoch ist wie in anderen Betrieben (in Berlin). Doch 2G führt leider zur Ungleichbehandlung fester und freier Kolleg*innen. Angestellte Beschäftigte ohne Impfung, die nicht im Homeoffice arbeiten können – aber eben auch nicht in den Sender kommen dürfen – bekommen eine Lohnfortzahlung. Freie können nur dann ein Ausfallhonorar erwarten, wenn sie bereits vor der Maßnahme für einen Dienst IM Sender auf dem Dienstplan standen. Für 2G-Außeneinsätze, die nicht wahrgenommen werden können, gibt es kein Geld. Und für bestandsgeschützte Kolleg*innen gelten noch speziellere Regelungen. Dazu ist die Freienvertretung im Austausch mit dem rbb. Angesichts der andauernden Kraftanstrengungen aller Kolleg*innen im Umgang mit der Pandemie, hätten wir uns eine unbürokratischere Unterstützung der freien Mitarbeitenden gewünscht. Solltet ihr Fragen haben: die Freienvertretung berät wie immer gern!

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Auch das (im Aufbau befindliche) CNC – das CrossmedialeNewsCenter – hat mit Corona zu kämpfen. Wie sollte es auch anders sein. Der bereits erwähnte Krankenstand sorgt dafür, dass die, die arbeiten, am Rand der Belastbarkeit sind. Hinzu kommt, dass es noch nicht überall geschmeidig läuft und auch das für Frust an der einen oder anderen Stelle sorgt. Von (freien) Kolleg*innen hören wir, dass sie manchmal das Gefühl haben, in einem anderen Sender zu arbeiten als die ein oder andere Führungskraft. Von „Sonntagsreden“ im Intranet ist die Rede. Wer dem etwas entgegensetzen will, bekommt in der nächsten Woche gleich drei Mal die Gelegenheit dazu. Montag ab 16.30, Mittwoch ab 12 und Donnerstag ab 11 Uhr gibt es jeweils 1,5 stündige „große CNC-Auswertungsrunden“, bei denen alles auf den Tisch kommen soll, was einer kritischen Überprüfung bedarf. Unserer Meinung nach eine hervorragende Gelegenheit zu sagen, was immer schon mal gesagt werden sollte. Die Freienvertretung wird selbstverständlich auch dabei sein. Falls ihr es nicht einrichten könnt, an einem der drei Termine teilzunehmen, könnt ihr eure Anregungen auch an die freienvertretung@rbb-online.de  schicken. Wir geben es dann weiter.

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Neuigkeiten aus dem Bereich der EB-Kameraleute. Wie berichtet sind die Aufträge für die Kolleg*innen rapide eingeschränkt worden. Ein Kamera-Team ist für die Redaktionen nämlich schlicht und einfach teurer als Mojos oder VJs als Einzelkämpfer. Da viele der Kameramenschen Bestandsschutz haben, können sie am Ende des Kalenderjahres mit Ausgleichszahlungen rechnen. Geld, das der rbb für Nicht-Beschäftigung zahlen muss. Nun ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gemacht worden. Ab sofort gibt es zusätzlich jeden Tag ein Bereitschafts-Kamerateam, das von Redaktionen bei Bedarf eingesetzt werden kann.  Redaktionen und Produktion teilen sich dabei die Kosten. Immerhin, wenn auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn nach wie vor werden viele Kameraschichten nicht mehr vergeben und die Experten nicht mehr eingesetzt.

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Mal sehen, ob die Tarifparteien am nächsten Dienstag ebenfalls einen Schritt in die richtige Richtung machen? Am 25.1. steht nämlich die nächste Runde in Sachen Beschäftigungssicherung an (formally known as #bestandsschutzfüralle). Bislang ist das Angebot für die Freien alles andere als akzeptabel, da sie frühestens nach 20 Jahren in den Genuss der geschützten Beschäftigung kommen sollen. So wenig Wertschätzung, das stresst,  finden die  Kolleg*innen von #wirsindnichtda. Sie fordernfreie Kolleg*innen auf, sich dem gemeinsamen Oster-Urlaub anzuschließen und nehmen noch Buchungen entgegen.

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Passend zum Thema haben wir noch einen Podcast-Tipp für euch. „Von flexibel bis prekär. Warum die Öffentlich-Rechtlichen so viele Freie beschäftigen“. Neben dem Medienrechtler Prof. Dieter Dörr war die Freienvertretung zu dieser spannenden Diskussion eingeladen. Was dabei herausgekommen ist, hört ihr hier:

Warum Öffentlich-Rechtliche so viele Freie beschäftigen (deutschlandfunk.de)

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Zum Schluss noch eine gute und eine schlechte Nachricht! Die gute: es wird – trotz Corona – auch in diesem Jahr einen Freienkongress geben. Nun die schlechte: auch in diesem Jahr kann er – wegen Corona – nur digital stattfinden. Der Vorteil daran ist, dass ihr euch im März alle massenhaft dazu schalten könnt, keine Reisekosten entstehen und Themen und Gäste so spannend wie eh und je sind!  Wir halten euch auf dem Laufenden!

Aber jetzt erstmal: Schönes Wochenende!

Keine Fortschritte bei der Beschäftigungssicherung

Die dritte Verhandlungsrunde über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung für arbeitnehmerähnliche Freie am Dienstag (4.1.) hat keine Fortschritte gebracht:  

  • Der rbb will frühestens nach 20 Jahren ununterbrochener Tätigkeit Schutz vor Beendigung anbieten,
  • Beendigungen aus betriebsbedingten Gründen sollen aber möglich bleiben.

Dieses Angebot lehnen die Gewerkschaften weiterhin ab. 20 Jahre sind viel zu lang. Betriebsbedingte Beendigungen dürfen nicht den Kern der Beschäftigungssicherung aushöhlen. Langjährige Freie brauchen genauso viel soziale Sicherheit wie ihre angestellten Kolleg*innen.  

Während der rbb darauf dringt, dass der Tarifvertrag die Freien nicht besser stellen dürfe als die Festen, haben wir deutlich gemacht, dass der Schutz für die Freien aber auch nicht schlechter sein darf. Der rbb hat zugesagt, zügig einen neuen Regelungsvorschlag vorzulegen. Die Gewerkschaften werden ihrerseits konkrete Regelungsvorschläge zur Anrechnung von Beschäftigungszeiten und zur Pflicht von Umschulungen machen. Die Verhandlungen werden am 20. Januar fortgesetzt. 

Euer Verhandlungsteam
ver.di: Marika Kavouras, Kathlen Eggerling
DJV: Christoph Reinhardt, Christoph Hölscher, Michael Hirschler

2G im rbb + Urlaub über Ostern + Kinderzuschlag

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Einen Tag früher als gewohnt erreicht euch in dieser Woche unser Newsletter – in der Hoffnung, dass ihn noch viele lesen, bevor ihr euch für die Weihnachtsfeiertage verabschiedet. Von geruhsamer Festtagsstimmung ist am Tag vor Heiligabend noch nicht viel zu merken im rbb. Tatsächlich überschlagen sich die Ereignisse geradezu – nicht nur in Erwartung der drohenden „Omikron“-Welle, die nach Einschätzung der Geschäftsleitung das Potential haben könnte, den Sendebetrieb zu gefährden.    

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Ausgleichszahlungen + zibb + Homeoffice

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es gibt Zeiten, in denen man reden muss und Zeiten, in denen man handeln muss. Diese Woche war eindeutig eine Zeit, in der viel viel viel geredet wurde. Im Rundfunkrat, auf der Versammlung der Programmdirektion, im Corona-Krisenstab und weiteren diversen Runden.  Dann gilt wahrscheinlich der Umkehrschluss: Die Zeiten des Handelns kommen näher.

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Bestandsschutz-Verhandlungen + EB-Teams + gerechte Honorare

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Jahre vergehen, der Stress in der Vorweihnachtszeit bleibt. Die Freienvertretung fragt sich, ob die Zahl der brennenden Kerzen tatsächlich für immer mehr Licht und immer mehr Hoffnung stehen – oder ob die im rbb-Kontext einfach nur die aktuelle Eskalationsstufe anzeigen.

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Beschäftigungssicherung: rbb will 20 Jahre – und betriebsbedingte Kündigungen

Der rbb hat in der zweiten Verhandlungsrunde über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung für arbeitnehmerähnliche Freie sein Angebot geändert. 

Demnach könnte ein Beendigungsschutz für Freie nach mindestens 20 Jahren ununterbrochener Tätigkeit für den rbb greifen. Für diese im Vergleich zum ersten Angebot (25 Jahre) günstigeren Frist will der rbb allerdings weitere Bedingungen knüpfen: Neben Regelungen, die geschützte Mitarbeiter*innen ggf. zu Umschulungen bzw. zur Annahme für fachlich zumutbare Tätigkeiten veranlassen sollen, fordert der rbb die Möglichkeit von betriebsbedingten Kündigungen.

Dieses Angebot geht weit an den Bedürfnissen der Freien vorbei, die Gewerkschaften haben es abgelehnt. Wir haben unsere Forderung für eine Beschäftigungssicherung erneuert: Nach maximal sechs Jahren müssen auch programmgestaltende Freie die Sicherheit vor Beendigungen haben. Für nicht programmgestaltende Kolleg*innen, die bisher keinen Bestandsschutz haben, halten wir zwei Jahre für angemessen.

So selbstverständlich wir offen für Regelungen sind, die den festen Freien Sicherheit vor Beendigung und wesentlicher Einschränkung verschaffen, so selbstverständlich werden wir keiner Regelung zustimmen, die den Schutz vor Beendigungen gleich wieder aushebelt. Wir sind überzeugt: Das Bedürfnis der Freien nach Sicherheit bis zum Renteneintritt und die Flexibilität des rbb bzw. seiner Programme und Angebote sind vereinbar. Dass die Möglichkeit „betriebsbedingter Kündigungen“ ein geeignetes Instrument ist, bezweifeln wir. Der rbb hat zugesagt, bis Mitte Dezember einen prüffähigen Entwurf so einer Regelung vorzulegen. Die Verhandlungen sollen Anfang Januar fortgesetzt werden, ein Termin steht noch nicht fest.

Euer Verhandlungsteam
ver.di: Marika Kavouras, Kathlen Eggerling, Dagmar Bednarek, Andrea Mavroidis
DJV: Christoph Reinhardt, Christoph Hölscher, Lojain Al Holu