Frei im September + CNC + Ohren und Augen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wichtige Ereignisse werfen ihre Schatten normalerweise voraus, manchmal aber auch nicht! Besser gesagt: erst in einer Woche um diese Zeit werden wir wissen, ob das erneute Treffen nächsten Freitag zwischen rbb und Gewerkschaften solch ein wichtiges Ereignis geworden ist. Es geht um den Dauerbrenner: #bestandsschutzfüralle! Die Freienvertretung hat bislang keinen Hinweis darauf, dass sich an der Verhandlungsfront etwas getan hätte. Aber wir lassen uns gerne vom Gegenteil überraschen. Klar ist nur, dass die Gewerkschaften DJV und ver.di den rbb zu Tarifverhandlungen über einen Bestandsschutz-Tarifvertrag für alle freien Kolleg*innen in Programm und Produktion aufgefordert haben. Sollte der rbb die Verhandlungsaufforderung ablehnen, wollen die Gewerkschaften „Maßnahmen“ ergreifen. Das könnte ein Warnstreik am 20. September sein – der Tag, an dem freie Kolleg*innen mit ihrem Protest beginnen wollen.

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Ganz  offensichtlich sind sich viele freie Kolleg*innen und Kollegen  jetzt schon sicher sind, dass sie beimProtest im September dabei sein werden – und sich in der Woche vom 20. bis 24. September ihrem zweiten Standbein oder anderen dringenden Tätigkeiten widmen wollen. Der Zähler auf der Aktionsseite wirsindnichtda.rbbpro.de ist jedenfalls schon mächtig in Bewegung gekommen. Leider ist es der Freienvertretung bei zahlreichen Gesprächen auf unterschiedlichen (Hierarchie-)Ebenen nicht gelungen, Verständnis für die Forderungen der freien Kolleg*innen zu erringen. Die Freienvertretung wird sich natürlich auch weiterhin darum bemühen, für Verhandlungen zu werben, die die gesamte Situation entschärfen könnten. Gelegenheit dazu gäbe es, siehe oben!

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Doch statt mehr Einigkeit im Hause, ist noch mehr Verdruss bei den freien Kolleg*innen festzustellen. Das jedenfalls legen die Rückmeldungen nahe, die uns erreichen. Zuletzt in erbosten Anfragen, ob es denn wahr sein kann, dass die zukünftig – womöglich an einem Schreibtisch arbeitenden Kolleg*innen im CNC für haargenau dieselbe Tätigkeit unterschiedliche Honorare bekommen sollen. So isses! Bis zu neun unterschiedliche Honorarsätze sind da wohl möglich, lassen Führungskräfte durchblicken. Schuld seien die Bestandshonorare, wird dann noch schnell nachgeschoben. Richtig! So lange der Zielrahmen für die Honorare im Programm nicht erreicht ist, werden alte Honorarsätze nicht gekürzt. Die bestehenden Ungleichheiten (und Ungerechtigkeiten)  könnte der rbb mit einem Federstrich abstellen, zum Beispiel durch eine zügige Umsetzung des verhandelten (Ziel-)Honorarrahmens. Oder aber bei den freien Kolleg*innen was drauflegen, die für weniger Geld am gleichen Schreibtisch die gleiche Arbeit machen. Mehr zahlen als das Mindesthonorar geht nämlich immer! Das wäre eine noch schnellere und günstigere Lösung!

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Dieser möglichen Lösung hat der Chefredakteur allerdings heute auf einer Versammlung seines Programmbereichs erneut eine klare Absage erteilt. „Wir müssen es (die ungerechte Bezahlung) ein Stück weit aushalten“, so sein Appell in Richtung freie Kolleginnen und Kollegen. Die „hohen sechsstelligen Summen“, die für eine gerechtere Bezahlung aufgebracht werden müssten, habe der rbb nicht. Auch ein Stück weit aushalten müssen die Freien, dass bislang noch nicht klar ist, wie viele und welche Reporter*innen wann in welcher Funktion im CNC arbeiten sollen/werden/dürfen. Der redaktionelle Startschuss fällt am 1.  November. Immerhin: der Austausch zum CNC soll intensiviert, Entscheidungen transparent getroffen werden. Und Fragen und Anregungen werden von allen gerne entgegengenommen, heißt es: fragdascnc@rbb-online.de. Wir können euch nur ermuntern, das Angebot zahlreich wahrzunehmen!

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Ein Werbe-Claim, der mal für das rbb Kulturradio erfunden wurde, nämlich  „Ihre Ohren werden Augen machen“ erfährt in diesen Tagen eine ungewöhnliche Renaissance. Was für die Ohren, aber eben auch zum Gucken: das „Visual Radio“ geht auf Sendung. Montag starten Antenne Brandenburg und Berlin 88,8 mit dem Angebot: Radio im Fernsehen immer von 6 bis 8 Uhr früh. Das Hören ist wie immer, obendrauf gibt es aktuelle (Dachkamera-)Bilder aus der Region. Außerdem können die geneigten Fans ihren Moderator*innen beim Moderieren zuschauen. Trotzdem sind nicht alle total begeistert von dem neuen Angebot. Nämlich diejenigen nicht, die zur gleichen Zeit in der Redaktion arbeiten müssen und von den Kameras gar nicht erfasst werden wollen – auch nicht zufällig. Das sei alles geregelt, hören wir von den Verantwortlichen – und das hören wir natürlich gern. Sollte es dennoch Grund zum Klagen geben: die Freienvertretung hat immer ein offenes Ohr 😉

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Jetzt aber erstmal ein entspanntes Wochenende wünscht

Eure Freienvertretung