Brenzlige Live-Schalten + Frei im September + Pensionskasse

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

so manches Mal beschleicht uns der Eindruck, dass diese unsägliche, nicht enden wollende Pandemie auch ein Nährboden für Nachlässigkeiten aller Art ist. Die Jogginghose als Dauer-Arbeitskleidung im Homeoffice ist dabei wohl eher die kleinere „Verfehlung“…

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Problematisch wird es, wenn Kolleg*innen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit in unnötig stressige oder schlimmer noch brenzlige Situationen geraten (können). Aus Nachlässigkeit? Aus Ignoranz? Wir können nur mutmaßen, dass es auf das Konto von Corona geht, dass Arbeitsstandards – wissentlich – verletzt werden. So geschehen bei einer der letzten großen Demos in Berlin. Der Auftrag: Liveberichterstattung, eine sog. „Schalte“ mit dem „Rucksack“. (Früher gab es für diese Art der Berichterstattung mal einen Übertragungswagen.) Die Richtlinien geben ganz klar vor, dass bei einem solchen Einsatz zwingend eine dritte Person dabei sein muss, die für die technische Abwicklung sorgt und dem Kameramenschen „den Rücken freihält“ – wie es so schön heißt. Bei Massenveranstaltungen ist gerade der Mensch an der Kamera gänzlich ungeschützt. Die Missachtung festgelegter Arbeitsstandards lässt sich aber durch nichts entschuldigen – auch nicht durch eine Pandemie. Wir können deshalb nur die in dem Bereich arbeitenden Kolleg*innen dringend auffordern, die Freienvertretung zu informieren, sollten solche Einsätze von euch verlangt werden. Wie bei allem anderen auch, behandeln wir auch solche Hinweise vertraulich, haben aber die Möglichkeit, den Sender in die Pflicht zu nehmen!

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Wie uns Kolleg*innen mitteilen, sind die ersten Dienstpläne für den September raus – mit vielen großen weißen Flecken in der Woche vor den Wahlen. Offensichtlich machen viele freie Kolleg*innen ihre Ankündigung wahr, dem Sender in dieser Zeit nicht zur Verfügung stehen zu wollen. Gerüchteweise war diese Aktion ja schon länger „auf dem Markt“ – jetzt sind in den ersten Redaktionen Fakten geschaffen worden. Was verständlicherweise bei den Chef*innen nicht gut ankommt, wie wir hören. Da wird dann schon mal Druck gemacht, gedroht, dass man auch „anders“ könne, dass „neue Kolleg*innen“ rekrutiert werden, um die entstehenden Löcher zu stopfen.

Die Freienvertretung bedauert diese Entwicklung. Wir lassen keine Gelegenheit aus, um zu vermitteln, um deutlich zu machen, dass die Forderungen der Kolleg*innen – auch die nach einem #bestandsschutzfüralle – mehr als berechtigt sind. Wir würden uns wünschen, dass sich beide Seiten auf dem Verhandlungsweg annähern, der solch eine drastische Aktion der Freien unnötig machte.

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In der letzten Woche haben wir euch gebeten, uns darüber zu informieren, wie es eure Redaktionen mit dem „Mehraufwand“ bei Beiträgen halten. Es kamen erste Rückmeldungen, die nichts Gutes verheißen. Es sieht so aus, als ob der neue Honorarrahmen Programm in den Redaktionen (noch) nicht wirklich gelebt wird.

Deshalb an dieser Stelle noch einmal der dringende Appell an euch, uns mit Informationen zu unterstützen: welche Erfahrungen macht ihr mit den sog. „Regelaufwänden“? Kriegt ihr die Beiträge im Rahmen der hinterlegten Zeiten hin? Fällt Mehraufwand an? Wenn ja, in welchem Maße? Wie dokumentiert ihr die zusätzliche Arbeit? Was macht die Redaktion mit den Angaben? Bitte sprecht auch Kolleg*innen an, damit sie sich beteiligen. Die zusätzliche Buchführung kann sich nur positiv auf eure Honorare auswirken – und das sollte der zusätzliche Aufwand doch wert sein?!

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Und noch ein kleiner Beitrag zur praktischen Lebenshilfe im rbb-Dschungel! Uns erreichen immer wieder Hilferufe von Kolleg*innen, die beim Arzt erfahren, dass sie ja „gar nicht versichert“ seien. Das macht vor allem die Kolleg*innen mit Rahmenvertrag fassungslos. Zu Recht, denn der Rahmenvertrag sollte ja Garant für die sog. „Durchversicherung“ sein. Leider „spielt“ der Rahmenvertrag nicht mit SAP, dem Abrechnungssystem im Sender. Das schmeißt erbarmungslos die Beschäftigten raus, die einen Monat lang kein Honorar angewiesen bekommen. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Manche Kolleg*innen „sammeln“ ihre Leistungsnachweise und geben sie erst am Monatsende ab. Und womöglich werden die dann von den Verantwortlichen nicht zügig an die Honorarabteilung weitergeleitet. Unser Tipp: unbedingt im Laufe des Monats entweder einen Leistungsnachweis abgeben oder alternativ – wenn die Arbeitseinsätze erst Ende des Monats liegen – einen Urlaubstag mittendrin nehmen. Sobald SAP mitbekommt, dass der/die Mitarbeitende im System „auftaucht“, wird auch nicht abgemeldet.

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Und weil wir es wirklich gut mit euch meinen, zum Schluss noch eine Empfehlung aus aktuellem Anlass. Vielleicht habt ihr es ja selbst schon im Intranet entdeckt: es gibt einen Jubilar. Die Pensionskasse wird 50! (…und liegt damit nur ein klein wenig über dem Durchschnittsalter der rbb-Freien 😉 Sollte es tatsächlich noch Kolleg*innen geben, die – trotz der intensiven Beratungsbemühungen der Freienvertretung – NICHT Mitglied in der Pensionskasse sind, sollten das DRINGEND SOFORT ändern! Ihr verschenkt bares Geld, denn der rbb beteiligt sich an den Zahlungen für die Betriebsrente. Mehr zur Pensionskasse im Intranet oder hier! Oder aber ihr wendet euch vertrauensvoll an eure Freienvertretung (wir verdienen übrigens nix daran!)!

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Aber erstmal wünschen wir euch ein sonniges und entspanntes Wochenende!

Eure Freienvertretung