Bestandsschutz für alle + Standorttrennung aufgehoben + Freienkongress naht

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch in dieser Woche konnte sich die Freienvertretung über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen! Dauerbrenner: die Sorgen der Kolleg*innen, die per Handstreich aus dem Vorabend gekickt werden sollen.

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Da konnte auch die letzte Zusammenkunft der Betroffenen mit dem rbb nicht viel dran ändern. Auch wenn der Sender um Schadensbegrenzung bemüht zu sein scheint und beteuert, soziale Härtefälle im Auge zu behalten und mit allen Kolleg*innen über mögliche Perspektiven zu sprechen. Fakt ist: auf der Sendestrecke müssen 2 Millionen Euro eingespart werden und nicht nur den freien Kolleg*innen von zibb und rbbum6 fehlt die Phantasie, wie mit (viel) weniger Geld – ein Drittel muss eingespart werden – ein quotenträchtigeres Programm entstehen soll.  Außerdem waren die Kolleg*innen ziemlich irritiert darüber, dass die „Formatentwicklung“ der geplanten neuen Sendungen ohne den Input der Freien stattfinden soll. Wenn es dann zur Umsetzung komme, werde man natürlich auch die freien Autor*innen und Redakteuer*innen ins Boot holen. Viel zu spät, ist von den Kolleg*innen zu hören. Das sei vorher auch ganz anders kommuniziert worden, kritisieren die zibber*innen.

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Apropos „soziale Härtefälle“: freie Mitarbeiter*innen, die seit zwei oder drei Jahrzehnten für den Sender arbeiten und nun vor dem Nichts stehen, gehören nicht zwangsläufig in diese Kategorie. Auch wenn rbb-Intendantin Patricia Schlesinger betont, dass der rbb ein sozialer Arbeitgeber sei – zuletzt im Medienausschuss –, fehlt eine soziale Absicherung für langjährige freie Mitarbeiter*innen. Kein Wunder, dass der Ruf eben dieser berufserfahrenen Kolleg*innen  nach einem Bestandsschutz immer lauter wird. Andere Sender wie SWR oder HR und ZDF machen vor, wie ein wertschätzender Umgang mit verdienten freien Mitarbeiter*innen aussehen kann. Rund 50 Freie haben an einem Treffen zum Thema „Bestandsschutz für alle“ teilgenommen. Unter anderem freie Redakteur*innen, die seit nahezu 20 Jahren die gleiche Arbeit wie ihre angestellten Kolleg*innen machen.  Die überlegen angesichts des drohenden Aus, nun gerichtlich feststellen zu lassen, ob ihnen nicht längst eine ordentliche Stelle zustehen würde. Die Gewerkschaft ver.di hat den von Beendigung Betroffenen bereits eine individuelle Rechtsberatung angeboten. Als nächstes soll es eine umfassende Infoveranstaltung zu rechtlichen Möglichkeiten für alle Interessierten geben. Ver.di hat der Freienvertretung signalisiert, das zeitnah auf den Weg zu bringen. Das geben wir natürlich gerne an die Kolleg*innen weiter!

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Um Themen wie „Bestandsschutz für alle“ und „Arbeitsrecht versus Rundfunkfreiheit“ wird es auch beim nächsten Freienkongress gehen. Und – Surprise, Surprise – der muss leider aus bekannten Gründen online stattfinden. Das ist Fluch und Segen zugleich. Denn so ist die kostenlose Teilnahme von jedem Standort aus möglich.  Und selbstverständlich gibt es  die Gelegenheit zum Mitdiskutieren. Die technischen Voraussetzungen dafür hat der ARD-Freienrat geschaffen. Das virtuelle Freientreffen findet vom 20. bis 22. April 2021 statt und alle Interessierten erhalten rechtzeitig die entsprechenden Links zur Teilnahme. Natürlich auch hier in eurem wöchentlichen Newsletter.

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Da war doch noch was… richtig: noch immer fehlen die Freien im Personalrat! Wie ihr wisst, wird das Bundespersonalvertretungsgesetz, kurz BPersVG, gerade novelliert. Und eigentlich sah es ganz gut aus, dass der Begriff der „Beschäftigten“ auf die freien Mitarbeiter*innen im öffentlich- rechtlichen Rundfunk ausgedehnt würde. Nun wird allerdings ernsthaft darüber diskutiert, die sog. programmgestaltenden Freien auszunehmen. Das würde dann zu einer endgültigen Spaltung der „Beschäftigten“ im rbb führen. Dann gäbe es nicht nur Feste und Freie, sondern eine weitere Unterteilung: Freie mit und ohne Rechten bzw. Berechtigung, vom Personalrat vertreten oder selbst gewählt werden zu können. Kaum vorstellbar! Dagegen laufen nicht nur die Gewerkschaften gerade Sturm! Übrigens wird es auch beim diesjährigen Freienkongress um „Freie in den Personalrat“ gehen. #tobecontinued

 

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Ganz ohne Corona-News geht es (noch) nicht, allerdings diesmal von der eher positiven Sorte. Die Standorttrennung ist aufgehoben. Allerdings sind alle Mitarbeitenden angehalten, vor Arbeitsantritt am jeweiligen Einsatzort einen Selbsttest unter medizinischer Aufsicht zu machen. Das ist von Montag bis Freitag immer von 8 bis 16 Uhr möglich. Weitere Informationen dazu im Intranet oder hier: Corona-Update.

Und damit wünschen wir euch ein schneefreies (Frühlingsbeginn-) Wochenende!

Eure Freienvertretung