Sparen an Honoraren+++Sparen am Personal+++Sparen an Einsatztagen+++Wahlen zur Freienvertretung

Alter, was diese Woche wieder los war!    

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die 20 Millionen Euro, die der rbb laut unserer Intendantin ab 2021 einsparen muss, werfen ihre Schatten voraus… Spardruck an allen Ecken und Enden!

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Dass derzeit jeder Euro zweimal umgedreht wird, bekommen besonders die Kolleg*innen in den Programmen zu spüren. Jedenfalls wenn es um die Honorare geht. Die hausinterne Auslegung des neuen Honorarrahmens Programm trifft manche Kolleg*innen hart. Zum Beispiel jene, die seit vielen Jahren als redaktionelle Mitarbeiter*innen gearbeitet – faktisch also die Aufgaben von Redakteur*innen erledigt haben – und nun finanziell zu Assistent*innen herabgestuft werden. Die Einstufung nach Kassenlage ist nicht nur ungerecht, sie macht verständlicherweise auch schlechte Stimmung bei den Freien. Der Streit um die angemessene Eingruppierung hat bei Brandenburg Aktuell und Abendschau bereits zu zwei Tagen des „Zweiten Standbeins“ der freien Mitarbeiter*innen geführt. Wie wir hören, soll der Protest dort weitergehen. #tobecontinued

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Ziemlich sauer sind auch die Technik-Kolleg*innen in Potsdam! Grund dafür ist die angekündigte neue „FS-Studiobelegung“ für die Sendungen zibb und Brandenburg Aktuell. Hinter der sachlichen Formulierung steckt de facto die Einsparung von Personal. Insgesamt soll „effektiver produziert“ werden, wogegen grundsätzlich nichts einzuwenden ist. Schaut man sich das Vorhaben jedoch genauer an, soll täglich jeweils eine Schicht bei Kamera, Ton, Beleuchtung und den Bildingenieur*innen wegfallen. Einige der praktischen Konsequenzen: in den Nachmittagsnachrichtensendungen müssen Tonmenschen sich um den Bildpegel der Kamera kümmern, in der letzten Sendeviertelstunde bei zibb wird einer der Kameramenschen zur Vorbereitung von BA abgezogen. In Ausnahmefällen muss dann auch mal der/die Produktionsingenier*in ran, um Aufgaben der Toningenieure zu übernehmen. Die betroffenen Kolleg*innen bangen nicht nur um ihre Einsätze, sondern auch um die Qualität der Sendungen. Von der Arbeitsverdichtung ganz zu schweigen. Sie haben den Personalrat und die Freienvertretung ins Boot geholt. Wir bleiben dran!

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Insgesamt rumort es in der Abteilung Video und Wandel (formerly known as Abteilung Bild). Die EB-Kameramenschen und -Techniker*innen haben sich in dieser Woche getroffen. Sie beklagen fehlende Einsatzangebote, obwohl sie über den Bestandsschutz garantierte Arbeitseinsätze bekommen müssten. Unverständlich, weil der rbb ja so oder so zahlen muss. Dafür gebe es zunehmend Anfragen und Einsätze auf den letzten Drücker. Außerdem beschweren sie sich über den Qualitätsverlust bei Beiträgen von Mojos und Reporterteams. Sie fordern ein besseres Qualitätsmanagement und den Erhalt klassischer EB-Teams. Und eine grundsätzliche Wertschätzung ihrer Arbeit. Eigentlich nicht zu viel verlangt, oder?

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Und dann noch eine Bitte in eigener UND eurer Sache! Die Wahlen zur Freienvertretung stehen im Mai an. Obwohl sich vermutlich alle Mitglieder der amtierenden Freienvertretung erneut einer Wahl stellen werden, sind natürlich alle begeisterten freienbewegten Arbeitnehmerähnlichen (das ist die Bedingung) aufgerufen, sich ebenfalls um ein Mandat zu bewerben. In den letzten Jahren war unser einziger Kamerakollege allein unter sechs Journalist*innen. Da geht also noch was… Wer aber jetzt schon weiß, dass er oder sie sich garantiert nicht zur Wahl stellen möchte, kann dennoch etwas für die Freien tun: nämlich Mitglied im Wahlausschuss werden. Diese Menschen organisieren die Wahl und achten darauf, dass alles mit rechten (demokratischen) Mitteln zugeht. Für die Arbeit gibt es eine Aufwandsentschädigung. Für Einzelheiten und bei grundsätzlichem Interesse meldet euch: freienvertretung@rbb-onlin.de oder bei Anja unter –80503.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Eure Freienvertretung