Newsletter: Grafiker protestieren +++Intendantin antwortet+++Rahmenverträge

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine Woche der offenen oder wenigstens halboffenen Briefe geht zu Ende.

Da ist zunächst der offene Brief der Grafiker*innen an Vorgesetzte und Verantwortliche. Ihr erinnert euch vielleicht: die Kolleg*innen sollen im Social Media Lab innovative, speziell für Social Media konfektionierte Videoformate entwickeln. „Echte Pionierarbeit“, so ist von Führungskräften zu hören. Leider nicht tarifkonform bezahlt. Statt das für sog. „Animationsschichten“ gezahlte Honorar zu bekommen, wurde den Kolleg*innen jetzt ein „Stufenmodell“ vorgeschlagen. Bedeutet: es soll immer erstmal weniger bezahlt werden, es sei denn, es liegt eine „künstlerisch und technisch hochwertige Anforderung“ vor. Die liege eigentlich immer vor, bekräftigen die Kolleg*innen nach zweimonatiger Entwicklungsarbeit im Social Media Lab. Und deshalb fordern sie „eine faire Bezahlung auf Grundlage der aktuellen betrieblichen Bestimmungen“. Damit ist der Tarifvertrag gemeint – und der kennt kein Stufenmodell! Bis zur tarifkonformen Bezahlung ihrer Arbeit stehen die Grafiker*innen „nicht mehr für die Einarbeitung neuer Kolleg*innen zur Verfügung“.

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Ein weiterer Brief hat diese Woche rund 80 wartende Adressaten erreicht, nämlich die freien Kolleginnen und Kollegen vom Kulturradio. Die wollten von der Intendantin wissen, warum ausgerechnet beim Kulturradio eine Million gespart werden soll. Schließlich gelte es, einen öffentlich rechtlichen Programmauftrag zu erfüllen, so die Kolleg*innen. Rbb-Chefin Patricia Schlesinger hat den freien Mitarbeiter*innen jetzt vorgerechnet, dass rbbKultur im Kostenvergleich der rbb-Radiowellen an der Spitze liege und auch im ARD-weiten Vergleich am teuersten sei. Die Intendantin ist sicher: „Auch mit 9 Millionen Euro im Jahr …. wird es möglich sein, das Kulturleben dieser Region adäquat abzubilden.“ Bleibt abzuwarten, ob die Mitglieder des nächste Woche tagenden Rundfunkrates das genauso sehen.

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Viele auf Prognose arbeitende freie Kolleg*innen kennen das Problem: in der Arztpraxis teilt einem die Sprechstundenhilfe unvermittelt mit, dass man ja gar nicht versichert sei. Dann ist wieder einmal die Arbeitgeber-Meldung bei der Krankenkasse zu spät erfolgt. Der Hintergrund: der rbb meldet jede*n Einzelne*n tageweise bei den Sozialbehörden an und ab.

Deshalb fordert die Freienvertretung die monatliche Durchversicherung aller arbeitnehmerähnlicher freier Mitarbeiter*innen bei Kranken- und Rentenkasse. Bislang konnten wir uns damit leider nicht durchsetzen.

Die bestandsgeschützten Kolleg*innen aus der Produktion sind durchversichert und die programmgestaltenden Kolleg*innen in den Redaktionen auch – sofern sie einen Rahmenvertrag haben. Der wird manchen Kolleg*innen jetzt aber mit dem Hinweis verwehrt, dass sie weniger als 10 Tage im Monat arbeiten. Sollte euer Antrag auf einen Rahmenvertrag abgelehnt werden – aus welchem Grund auch immer -, dann meldet euch bitte bei der Freienvertretung!

In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Eure Freienvertretung