Freie im Potsdamer Landtag + Freien-Versammlung + Bildungsurlaub

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Achtung Spoiler: kleines demokratisches Giveaway am Ende dieses Newsletters. Ihr dürft gespannt sein… Belohnt wird, wer bis zum Ende liest! (Bei allen anderen vernichtet sich diese Mail selbsttätig – ;) kleiner Scherz!)

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Doch zunächst mal was ganz Anderes. Ja, das gibt es tatsächlich noch – neben Corona und der derzeitigen Hitzewelle!

Die Freienvertretung im Potsdamer Landtag, zum Beispiel. Übrigens leibhaftig physisch anwesend. Wir waren ebenso geladen wie Intendantin Patricia Schlesinger. Die Parlamentarier hatten eine Anhörung angesetzt, um sich ein Bild vom rbb-Freienstatut zu machen. Mit ein paar Jahren Verzögerung, aber immerhin! Die Älteren erinnern sich: seit 2014, als die erste Freienvertretung auf Grundlage des Freienstatutes gewählt wurde, kämpfen wir für die Evaluierung unserer Arbeitsgrundlage, mit der wir ganz und gar nicht zufrieden sind. Hauptkritikpunkt damals wie heute: die fehlenden Mitbestimmungsrechte!

Die Intendantin musste erklären, warum die freien Mitarbeiter*innen nicht durch den Personalrat vertreten werden dürfen. In vielen anderen ARD-Anstalten, auch bei den Big Playern wie WDR und SWR, läuft das seit Jahren gut.

Nach Meinung unserer obersten Chefin jedoch passen das Personalvertretungsgesetz (also die Arbeitsgrundlage des Personalrats) und die Freien nicht zusammen. Das Freienstatut hingegen sei ein effektives und modernes Instrument. Was soll sie auch anderes sagen, schließlich ist das Statut aus der Feder der (vorherigen) Intendantin. Leider keine angemessene Arbeitsgrundlage für die Freienvertretung! Und genau das wird den Abgeordneten auch mitgeteilt!

Welche Schlüsse die Parlamentarier aus der zweistündigen Anhörung ziehen, wissen wir natürlich nicht. Die ebenfalls eingeladene DJV-Justiziarin, Hanna Möllers (übrigens ehemals selbst langjährige Freie UND als Freie Vorsitzende des Personalrats bei RB), hatte gleich mehrere Handlungsvorschläge für die Politiker. Der einfachste: eine kleine Korrektur im Staatsvertrag, nämlich den Begriff der „Beschäftigten“ um die Gruppe der freien Mitarbeiter*innen erweitern. Und schon wäre die rechtliche Grundlage für Freie im Personalrat geschaffen.

Die Freienvertretung jedenfalls wird sich weiter dafür einsetzen!

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Da digital das neue Normal ist, gab es in dieser Woche eine – so gesehen – ganz normale Freienversammlung. Wir hoffen, die erste und letzte per „Teams“, auf jeden Fall DIE LETZTE in der jetzigen Zusammensetzung der Freienvertretung. Leider gab es ein paar technische Probleme – Asche auf unser Haupt – so dass uns vielleicht nicht alle, die gerne dabei gewesen wären, erreicht haben.

Einmal im Jahr muss die Freienvertretung ja Rechenschaft ablegen, über das, was sie in den vergangenen Monaten gemacht hat. Den kompletten Tätigkeitsbericht könnt ihr demnächst online lesen.

So viel vorab: Corona hat natürlich eine große Rolle in unserer Arbeit gespielt. Unser Beratungsaufwand im zurückliegenden Jahr war immens. Die 80%-Corona-Regelung wurde von vielen Redaktionen nicht korrekt angewandt, viele Honorare wurden nicht nach dem neu eingeführten Honorarrahmen Programm gezahlt, die Umstellung der Abrechnung von brutto/netto auf sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten hat vor allem viele Autor*innen zum Teil in existentielle Nöte gebracht. Also jede Menge zu tun für uns! Und dann war da noch der Spar-Kahlschlag bei Kulturradio. Seitdem bekannt wurde, dass das Kulturradio eine Million Euro einsparen muss, war die Freienvertretung beteiligt. Wir konnten erreichen, dass freie Kolleg*innen nicht nach dem Gießkannenprinzip Beendigungsmitteilungen erhalten haben. In einigen Fällen haben wir sozial verträgliche Lösungen erzielen können. Leider konnten wir nicht verhindern, dass es letztendlich doch die Freien sind, die die (Spar-)Zeche bezahlen müssen. Und was noch bitterer ist: die Kernkompetenz von Kulturradio, die gut recherchierten und sorgfältig produzierten Wortbeiträge, verschwindet nach und nach aus dem Tagesprogramm. Und damit verschwinden auch die Autor*innen, die diese Beiträge gestaltet haben. Die Stimmung der zugeschalteten Kolleg*innen vom Kulturradio war dementsprechend gedämpft. Zumal einige erst aus den neuen Dienstplänen erfahren haben, dass sie beim runderneuerten Kulturradio mit angeschlossener Digitalmarke nicht mehr gebraucht werden.

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Nun bekommt das das große C doch noch einen Auftritt. Es gibt Neues von der Task Force. Nämlich eine Lockerung! Ab sofort wird Bildungsurlaub wieder genehmigt! Voraussetzung: die ausgesuchte Maßnahme darf nicht in einem Risikogebiet liegen. Kolleg*innen, die Bildungsurlaub beantragt hatten, der abgelehnt wurde, sollten es nochmal versuchen. Sofern die Maßnahme noch nicht vorbei ist. Oder aber eine neues Projekt finden.

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So, und nun zum angekündigten Knaller der Woche! Die Freienvertretung hat ein sensationelles Angebot für euch, das ihr garantiert nicht ablehnen könnt! Es ist *vollkommen kostenlos *schmerzfrei und gänzlich ohne Nebenwirkungen *bedarf nur eines geringen Aufwands dafür bekommt ihr eine Schutzwirkung von vier Jahren! Vier Jahre *Rundumbetreuung inklusive Beratung *Unterstützung bei Fragen zur Beschäftigung *aktuelle und umfangreiche Informationen über alles, was Freie im rbb wissen müssen. Na, gespannt?

Es heißt: FREIENVERTRETUNG und kann am 11., 14. und 15. September 2020 neu gewählt werden. Wenn ihr voll real in einem richtigen Wahllokal mit echten Menschen wählen wollt – doch, auch das machen wir trotz Corona möglich – dann könnt ihr das im Kleinen Sendessal, HdR, Berlin, jeweils zwischen 10 und 17 Uhr tun oder in Potsdam, im Fernsehhaus 2 in Raum 030.

Du bist mehr der digitale Typ? Ok, dann Mail an wahlen.freienvertretung@rbb-online.de und Wahlunterlagen für die BRIEFWAHL anfordern. Die Briefwahlunterlagen können AB SOFORT angefordert werden und auch AB SOFORT zurückgeschickt werden an: Wahlvorstand Freienvertretung, c/o Personalabteilung, Masurenallee 8-14, 14057 Berlin.

Und das sind die Kandidat*innen, die ihr wählen könnt. Viele bekannte Namen und viele neue Gesichter. Ihr habt die WAHL!

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Allerdings: keine Wahl ohne Wahlhelfer. Für den 11., 14. und 15. September sucht der Wahlvorstand DRINGEND Wahlhelfer*innen!

Für den Einsatz gibt es ein Ausfallhonorar! Freiwillige melden sich bitte umgehend beim Wahlvorstand wahlen.freienvertretung@rbb-online.de oder bei der freienvertretung@rbb-online.de.

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Zum Schluss noch die dringende Bitte, an unserer Umfrage zum Homeoffice (gemeinsam organisiert von den rbb-Interessenvertretungen) teilzunehmen. Einfach hier klicken! Die Ergebnisse sind für unsere Arbeit sehr wichtig, schließlich wollen wir mit dem rbb über angemessene Arbeitsbedingungen – auch für Freie im Homeoffice – verhandeln.

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Aber jetzt wünschen wir euch erstmal ein entspanntes Wochenende!

Eure Freienvertretung