Newsletter: ARD-Warnstreiks+++Kulturradio-Veranstaltung+++Perspektivgespräch-Evaluation

Alter, was diese Woche wieder los war! 20.09.2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diese Woche war aber mal so richtig was los! Nicht nur fürs Klima, auch für höhere Gehälter und Honorare in der ARD wurde gestreikt, wenn auch erstmal nur bei unseren Nachbarn. Beim MDR, WDR, BR, SWR, RB und SR beteiligten sich rund 3.000 Feste und Freie an Warnstreiks, nach Gewerkschaftsangaben der bislang größte bundesweite Streik bei der ARD überhaupt. Die Folge: Sendeausfälle bei verschiedenen Hörfunkwellen, aber auch beim Fernsehen: So lief z.B. das BR-Regionalmagazin „Abendschau“ gar nicht, das vom WDR produzierte ARD-Morgenmagazin nicht live, sondern nur in einer vorproduzierten Kurzfassung.
Hintergrund sind die bislang erfolglos geführten Gehalts- und Honorartarifverhandlungen. Die Gewerkschaften fordern, dass sich die Sender wie sonst auch an den Steigerungen des öffentlichen Dienstes orientieren: Das wären 7,8 Prozent, gestreckt auf 33 Monate. Die Sender bieten deutlich weniger. Begründung: Ihre Einnahmen seien nicht so stark gestiegen wie die der öffentlichen Hand. BR-Verwaltungsdirektor Frenzel verstieg sich dabei zu dem Satz: „Wir würden unsere Mitarbeiter gerne angemessen bezahlen, wenn wir es denn könnten.“ Wir denken: Eine angemessene Bezahlung ist doch nicht zu viel verlangt, oder?

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Was hat das alles mit uns beim rbb zu tun? Sehr viel! Beim rbb beginnen die Gehalts- und Honorartarifverhandlungen traditionell erst, wenn die anderen schon durch sind – die ersten Verhandlungstermine gibt´s hier Ende Oktober. Dafür bilden die von den anderen erzielten Abschlüsse dann aber auch den Rahmen. Für uns ist es also enorm wichtig, dass die Gewerkschaften jetzt bei BR, WDR, MDR und Co. möglichst viel erreichen. Daran wird sich der rbb dann auch orientieren (müssen). Aber auch dann werden wir nichts geschenkt bekommen. Wir sollten also genau zuschauen, wie die Kolleg*innen in Leipzig, Köln oder München das mit dem Streiken so anstellen. Für uns Freie werden die Tarifverhandlungen beim rbb besonders spannend: So wird es z.B. auch darum gehen, ob der gerade erst eingeführte Kinderzuschlag für Freie dauerhaft bleibt oder nach gerade mal einem Jahr schon wieder eingestellt wird.

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Die Freien beim Kulturradio haben da noch ganz andere Sorgen. Der Diskussionsprozess, wie die Sparvorgabe von einer Million Euro ab 2021 möglichst sozialverträglich umgesetzt werden soll, ist inzwischen angelaufen. Die Freienvertretung redet mit – und drängt vor allem darauf, dies nicht nur auf dem Rücken der Freien zu machen. Wenn ihr euch einen Eindruck von der Debatte verschaffen und vielleicht selbst auch mitdiskutieren wollt, bietet sich die Veranstaltung des DJV an:„Kulturradio zwischen Rasur und Reform“, am kommenden Montag, den 23. November, 16 Uhr, im Saal 2 (HdR Berlin, neben dem Kleinen Sendesaal). Auf dem Podium: die Akademie der Künste (Kathrin Röggla), die Programmchefin (Verena Keysers), der Vorsitzende des HR-Personalrats (Knud Zilian), der Redakteursausschuss (Dirk Hühner) und last not least die Freienvertretung (Franziska Walser).

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Schon mal ein Perspektivgespräch mit der Chefin/dem Chef gehabt? Seit drei Jahren haben alle arbeitnehmerähnlichen Freien einen Anspruch darauf. Die Personalabteilung möchte nun in Abstimmung mit der Freienvertretung evaluieren, ob und wie dieser Anspruch genutzt bzw. erfüllt wird. Wir begrüßen das und bitten euch deshalb darum, an der anonymen Online-Befragung teilzunehmen.

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Und wenn ihr gerade schon im Umfrage-Modus seid und für den rbb bereits als „MoJo“ unterwegs wart. Bitte nehmt auch an unserer Mobile-Reporting-Umfrage teil, falls noch nicht geschehen! Die Ergebnisse wollen wir auf unserem „Alternativen Zukunftstag“ am 12. November vorstellen und mit euch diskutieren.

Jetzt aber erstmal ins Wochenende!

Gute Erholung wünscht euch die Freienvertretung.