Die Woche im Keller

Lockangebot: Herrlich kühler Kellerraum, geöffnet meist von 9-17.30 Uhr. Ihr müsst gar keinen Beratungsbedarf vorschützen, um uns im Keller zu besuchen. Wir stellen ihn gerne so für eine kurze Abkühlung bereit. Sprudelwasser und Konferenzkekse gratis, plus eine Dosis Klatsch und Tratsch:

Schon gehört? Der Bayerische Rundfunk wird bald 420 Festangestelle mehr haben. Die Tarifverhandlungen für die im Moment noch freien „Gagisten“ (= Cutter, Grafiker, Kameraleute, Techniker, Aufnahmeleiter und andere nicht programmgestaltende Kollegen) stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Während der BR einsieht, dass er gegen die Klagewelle keine Chance hat, versucht der rbb ja immer noch, jeden einzelnen Cutter mit einem individuellen Vergleich von einer Festanstellungsklage abzuhalten. Kann eigentlich nicht lange gut gehen, so wie die Aufträge in der Abteilung Bild gesunken sind. Also, wenn ich jetzt ein Cutter wäre oder sonstwie nicht programmgestaltend – und hätte immer noch keinen Vergleich – ich würde mir schleunigst eine guten Arbeitsrechtler suchen. Oder zumindest in die Gewerkschaft eintreten.

Schon gehört? Statt der täglichen An- und Abmeldung bei der Sozialversicherung geht das ZDF zur monatlichen Meldung über – selbst bei Kollegen ohne Rahmenvertrag. Wenn das der rbb nicht bald auch machen muss. Die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger haben nämlich ihre Rechtsauffassung an die Wirklichkeit angepasst und gehen von einer Dauerbeschäftigung aus, auch ohne dass es einen Rahmenvertrag gibt. Der rbb schweigt sich noch aus zu diesem Thema. Das kann nämlich richtig Geld kosten, weil bei der monatlichen Bemessungsgrenze höhere Sätze gelten als bei der täglichen. Nicht nur für den Arbeitgeber übrigens. Also, wenn ich nicht sowieso schon durchversichert wäre, ich würde mir so langsam Sorgen wegen steigende Arbeitnehmerbeiträge machen. Und mich auf eine deutlich bessere Rente freuen!

Schon gehört? Unsere Lieblingsbaustelle namens „Kulturradio“ bekommt eine neue Chefin. Verena Kaysers, zuletzt in der Intendanz, haben wir bisher zwar nur kurz kennengelernt – aber dass die 39jährige beim Thema „freie Mitarbeiter“ deutlich konzentrierter zuhört als viele andere, das haben wir erlebt. Das bleibt hoffentlich auch so. Ist vielleicht auch eine Generationenfrage. Die arrivierten „ichwardochfrüherselbstauchmalfrei“-Chefs sind ja nicht immer die mit dem meisten Verständnis. Oder, wie es mir gegenüber neulich eine Führungskraft formulierte: „Das sind die Schlimmsten“. Schade, dass Frau Keysers erst in einem Jahr antritt, aber die Babypause geht einfach vor. Auch eine Generationenfrage – aber sowas von 🙂