„25 Jahre“ ist die kleine Schwester von „nie“

Die Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Geschäftsleitung um eine Beschäftigungssicherung für langjährige Freie Mitarbeiter*innen werden am Freitag, 3.12., fortgesetzt. Die Freienvertretung hatte nach der ersten Verhandlungsrunde die Freien gebeten, ihre Einschätzung des aktuellen Angebots kurz aufzuschreiben (80 Prozent Einkommensschutz nach 25 Jahren ununterbrochener Tätigkeit). Wir haben daraufhin sehr viele Emails bekommen, viele davon wurden ausdrücklich zur Veröffentlichung freigegeben. Die im Folgenden dokumentierten Statements sind insofern nicht vollständig, aber repräsentativ.

Eure Freienvertretung

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Rahmenvertrag an Rahmenvertrag an Rahmenvertrag – im Aufenthaltsrecht nennt man so etwas Kettenduldung. Aber offenbar ist es leichter, einen deutschen Pass zu bekommen, als eine Beschäftigungssicherung beim rbb. 25 Jahre – da fehlen einem die Worte.
Ursula Voßhenrich

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Zur Fürsorgepflicht eines Unternehmens gehört meiner Ansicht nach auch ein echtes Bekenntnis zu freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Gewährung von Bestandsschutz wäre ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für langjähriges Engagement.
Miriam Berger

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Wir Freie wollen unserem Publikum regional verwurzelten, handwerklich guten Journalismus in allen Formen und auf vielen Ausspielwegen – auch in Zukunft- präsentieren. Warum will sich die Geschäftsleitung nicht zu uns bekennen? 25 Jahre Betriebszugehörigkeit sind kein Angebot. Sie sind Demotivation.
Freya Reiß, freie Reporterin und Redakteurin für die Abendschau und das inforadio

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Jetzt noch frecher, noch billiger: Alle, die seit 80 Jahren hier arbeiten, bekommen 25 Prozent garantiert!
Hanno Geduldig

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Das Angebot des rbb, freien Mitarbeitern erst nach 25 Jahren einen Beendigungsschutz zu bieten, ist ein „Schlag ins Gesicht“. Das zeigt erneut, dass der Sender Freie als Mitarbeiter zweiter Klasse sieht.
Dorett Kirmse

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Für mich ist dieses Angebot völlig unzureichend. Ich arbeite so gerne für den rbb, aber mit solchen Angeboten gibt der rbb mir das Gefühl, dass er mich und meine Arbeit nicht wirklich wertschätzt. Ich mache mir ernsthaft Sorgen um meine Zukunft beim rbb und bisher ist das nicht der richtige Weg mir Respekt und Verständnis entgegenzutragen.“

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Ich bin seit nunmehr über 20 Jahren als Freier im rbb und habe mich in dieser Zeit seitens der Geschäftsführung noch nie so gering Wert geschätzt gefühlt wie jetzt. Einen Beendigungsschutz nach 25 Jahren anzubieten, empfinde ich als Schlag ins Gesicht!
Jörg Pitschmann

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Der rbb betont immer wieder, ein „sozialer Arbeitgeber“ zu sein. Das spiegelt sich in dem vorgelegten Angebot nicht wider. Ich wünsche mir, dass der rbb seine Verantwortung tatsächlich ernst nimmt und uns Freien die Angst vor der Zukunft nimmt.

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Fast 20 Jahre alles für diesen Sender getan – und das reicht nicht für ein formales Bekenntnis? Das ist schwach! Das ist des rbb unwürdig!
Torsten-Kai Holzapfel, Redakteur und Autor

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Einen Bestandsschutz erst ab 25 Jahren Beschäftigungszeit anzubieten, zeigt die geringe bzw. nicht vorhandene Wertschätzung der Geschäftsleitung gegenüber den freien Mitarbeitern. Insbesondere denen, die „erst“ seit 22, 20 oder 15 Jahren für den Sender arbeiten und somit quasi ihr gesamten Erwerbsleben beim rbb verbracht haben. Zudem ist es ein katastrophales Zeichen an jüngere Kolleginnen und Kollegen, die sich gut überlegen werden, welchen Arbeitgeber sie sich aussuchen.
Björn Kersten

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Ich empfinde das Angebot von 25 Jahren als völlig inakzeptabel.
Cornela Geis

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Als ich das rbb-„Angebot“ zum Bestandsschutz langjähriger freier Mitarbeiter las, dachte ich erst, das kann nur ein Witz sein. 25 Jahre Betriebszugehörigkeit? Was soll das? Es heißt immer wieder, dass der rbb junge Mitarbeiter benötige und die routinierten Langjährigen ach so wertvoll seien. Warum glaubt die rbb-Geschäftsleitung, mit solchen „Angeboten“ als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden? Wir verlieren jetzt schon dauernd gutes Personal – auch wegen solcher Tricksereien und Respektlosigkeiten. Also nochmal: WAS SOLL DAS???

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Kabinenansprache:
Wir sind in Abstiegsgefahr! Aus der Scheiße kommen wir nur raus, wenn wir zusammenhalten. Hier ist keiner mehr Wert als der andere. Wir brauchen Zeugwart und Spielführerin. Wann geht das endlich rein in Eure Köpfe?! Soll das noch 25 Jahre dauern? Wir müssen uns gegenseitig motivieren und wertschätzen, nicht verletzen und geringschätzen. Das wollen auch die Fans draußen sehen. Die bezahlen übrigens jeden von uns! Also, geht raus und macht Fernsehen!
Torsten Michels

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25 Jahre ist eine unrealistische und eigenwillige Definition von „langjährig“. Mir scheint, damit sollen so viele Kolleginnen und Kollegen wie möglich ausgeschlossen werden, oder anders gesagt – auf dieser Grundlage bringt das Angebot niemandem etwas, auch nicht dem rbb, denn es fördert eher Unzufriedenheit und Missmut.
Jürgen Buch

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Seit gut 20 Jahren arbeite ich als freier Mitarbeiter ausschließlich für den rbb. Ich habe mich immer sehr verbunden mit dem Haus gefühlt und geplant auch in den kommenden Jahren für den rbb tätig zu sein. Daher ist es für mich eine herbe Enttäuschung, wenn mir mein Arbeitgeber auch nach so langer Zeit nicht ein Gefühl der Sicherheit in meiner beruflichen Zukunft garantieren will. Ein Beendigungsschutz erst nach 25 Jahren ist für mich inakzeptabel!
Mario Bartsch

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Das Bestandsschutzangebot finde ich völlig unangemessen. Wir Freie sind keine Menschen zweiter Klasse!!
Dorothea Echte

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Das ist das „Angebot“ der Geschäftsleitung? Im Ernst? Soll ich jetzt lachen oder heulen? Ist es denn echt egal, wie es uns Freien geht?
Hilde VanPoucke

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Alex Schurig, nach Volontariat und diversen Zeitverträgen seit Mai 2001 in freier Mitarbeit für SFB und rbb tätig. Bis zur 25 fehlen knapp vier Jahre. Ich verzichte gern auf Blumen zum Dienstjubiläum, rechne aber vorher mit einem fairen, Loyalität honorierenden Bestandschutz.

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Dieser Sender ist seit über 30 Jahren meine berufliche Heimat. Ich liebe meinen Beruf. Als Freie habe ich immer um meinen nächsten Auftrag gekämpft – mit meiner Leistung, meinem Engagement und meiner Kreativität. Und ich würde gern meine Erfahrung, mein Wissen und Können weiter hier einbringen und zusammen mit meinen anderen freien Kollegen gutes Programm machen. Der Druck des Freiendaseins und das Gefühl nicht wertgeschätzt zu werden, ist nicht neu. Aber das Verhalten der Geschäftsleitung – und erst recht das völlig inakzeptable Angebot zur Beschäftigungsgarantie – machen mich sprachlos! Wie zynisch kann man noch sein? Wir sind das Programm! Wie verdienen Respekt und Sicherheiten!
Beate Ostermann

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Das Angebot des rbb ist inakzeptabel und das Gegenteil von De-Eskalation. So wird der rbb freie Mitarbeiter nicht motivieren können, auch künftig kurzfristige Nachbesetzungen zu extremen Randzeiten zu übernehmen.
Werner Schoninger

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Nein. Das ist kein Angebot. Das ist ein Hohn auf die jahrelange kreative Arbeit der Kolleg*innen, ohne die ein rbb nicht funktioniert, auch wenn es noch so ausgeklügelte neue crossmediale Strukturen gibt. Ich bin schockiert über diese tiefe Respektlosigkeit gegenüber unserer Arbeit. Ich könnte mir vorstellen, wenn wir all die nicht bezahlten Überstunden, durchgearbeiteten Pausen, nicht bezahlten Zuschläge an Sonn- und Feiertagen, das notwenige Viel-Arbeiten wegen geringer Honorare zusammen rechnen, es kämen viele, viele freie Mitarbeiter*innen auf sehr viele Jahre mehr, als sie auf dem Papier stehen. Was wollen Sie? Die Alten loswerden, die Jungen verschleißen? Ist das die Arbeitskultur, die eine ARD-Anstalt prägen sollte? Wir arbeiten gern, wir arbeiten auch gern viel. Aber es gibt eine Grenze. Und die haben Sie bereits weit überschritten.

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Freie Mitarbeiter verhalten sich im Job loyal, sind engagiert, kompetent und beweisen über Jahre hinweg konstant eine extrem hohe Flexibilität und Belastbarkeit – zum Beispiel hinsichtlich ihrer Arbeitszeiten sowie autodidaktischer Weiterbildung auf inhaltlicher technischer Ebene. Sie stellen auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen immer wieder ihre hohe Einsatzbereitschaft unter Beweis. Was ist das für eine Würdigung ihrer Arbeit, wenn ihnen ein Bestandsschutz erst nach 25 (!!!) Jahren gewährt werden soll?! Erfahrene Freie wollen kein „Gnadenbrot“, sondern eine faire, angemessene und gleichwertige Behandlung.
Silke Mehring, rbb88.8

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Wahnsinn, Bestandsschutz für Freie bereits nach 25 Jahren. Ich war davon ausgegangen, dass der RBB ihn uns erst nach 43 Jahren Betriebszugehörigkeit garantieren würde. Danke RBB.
A. Dornieden

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Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Johann Wolfgang von Goethe

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Ich vermisse ein echtes Signal, dass wir die Freien sind, mit denen der rbb in die Zukunft gehen will.
Ulrike Reinhardt

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Liebe Geschäftsleitung, Loyalität, Verlässlichkeit, über viele Jahre gleichbleibend hohe Qualität und Motivation – gerade auch in Zeiten des Umbaus und der Neustrukturierung – wir Freie MitarbeiterInnen sind immer dabei, bitte seien sie es auch! Nehmen Sie uns mit und nehmen Sie unser Anliegen nach fairen Beschäftigungs-Zusagen ernst. 25 Jahre würde ich zwar gerade so erreichen – aber zu vielen Freien gegenüber ist es einfach nicht fair.
Frauke Gust

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„25 Jahre“ ist die kleine Schwester von „nie“.
Stephan Holzapfel

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Dieses „Angebot“ empfinde ich als abweisend. Es stößt denen vor den Kopf, ohne die der rbb seinen Informationsauftrag gar nicht erfüllen kann. Und es entbehrt der Fürsorge des Arbeitgebers rbb für Journalistinnen und Journalisten, die mit ihrer Kompetenz und ihrem Engagement 24/7 Jahr für Jahr einen wesentlichen Anteil zum Erfolg der Sendungen und Programme leisten. Kaum vorstellbar, dass der rbb seinen fest-freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so wenig Wertschätzung entgegenbringen möchte.
Sabine Dahl

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Sehr geehrte Intendanz, ich wünsche mir ein deutliches Bekenntnis des RBB zu einer nachhaltigen Personalpolitik in allen Bereichen des Senders. Auch Medienschaffende benötigen eine soziale Absicherung und gesicherte Perspektiven für die späten Berufsjahre. Ihr aktuelles Angebot zum „Beendigungsschutz“ sendet das falsche Signal! Mit freundlichen Grüßen,
Mirja Gerle (Freie Mitarbeiterin im Bereich FS-Schnitt)

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Ich bin seit mehr als 20 Jahren im rbb (davor SFB) und fühle mich dem Sender sehr verbunden. Umgekehrt ist das anscheinend nicht der Fall – anders kann ich das Angebot, freien Mitarbeiter:innen erst nach 25 Jahren einen Beendigungsschutz zu gewähren, nicht verstehen. Tatsächliche – und nicht nur verbal bekundete – Wertschätzung für das, was Freie jahrelang, Tag für Tag mit großem Engagement im rbb für ein möglichst gutes Programm leisten, sieht anders aus.
Nicola Graf, Inforadio

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Mein lieber rbb, du weisst, dass die Freien anfangen, sich woanders umzuschauen, weil die Bedingungen dort einfach besser sind? “Like it” geht nicht – immer dichtere Arbeit, immer mehr Aufgaben, aber keiner da, der wenigstens ein Mindestmaß faire Sicherheit gibt, egal, wie sehr man sich anstrengt. “Change it” geht offenbar auch nicht. Es bleibt nur “leave it” – das macht sich bei den vielen Lochern in den Dienstplänen schon bemerkbar. Zutiefst bedauerlich, finde ich. Denn ich will gerne bleiben – aber mit mehr Sicherheit und fairer Bezahlung.
Dorte Störmann

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Wertschätzung á la rbb: Nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit als Freier genauso viel verdienen wie ein Berufsanfänger. TOLL!
Mark Albrecht

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Wer Engagement von seinen Mitarbeitern fordert, sollte zu diesen Mitarbeitern auch loyal sein. Bestandsschutz für Freie gehört dazu!
Oliver Kranz

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Was für ein Schlag ins Gesicht für die vielen Beschäftigten, die seit vielen Jahren Tag und Nacht, wochen- und feiertags, gesund oder nicht, oft auf kurzfristigen Zuruf hin zu 24/7-Qualität im Sender beigetragen haben!
Karin Buchberger

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Es geht um Wertschätzung und um eine motivierende Personalpolitik! Wer sich als Freie/Freier über Jahre mit ganzer Arbeitskraft dem rbb verschreibt, verdient ein Anrecht auf Bestandsschutz – und zwar nicht erst nach 25 Jahren durchgängiger Beschäftigung.
Andreas Knaesche

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Freie MitarbeiterInnen stemmen den Großteil der Berichterstattung im rbb und tragen dabei gleichzeitig den Großteil des wirtschaftlichen Risikos allein. Ohne Freie gibt es kein Programm, ohne Programm keinen rbb. Für diesen Einsatz erst nach 25 Jahren ununterbrochener Tätigkeit ein bisschen Sicherheit bieten zu wollen, zeugt leider nicht von Wertschätzung, sondern von Respektlosigkeit.
Martin Adam

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Mein Name ist Philipp Schmid und ich arbeite bei rbb 88.8 als Online- und Social Media Redakteur. Ich bin seit Juni 2017 beim rbb und im letzten Jahr zum ersten Mal Vater geworden – und ich bin sehr gerne Vater geworden. Wenn man jetzt allerdings in Sorge sein muss, dass man evtl. keine Beschäftigungssicherung mehr hat, dann trübt das die Verantwortung als Familienvater schon sehr. Darum halte ich das Angebot des rbb für absolut nicht ausreichend und wertschätzend genug.

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Ich wollte immer beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeiten, wegen der guten Inhalte. Jetzt arbeite ich seit 15 Jahren sehr gern beim rbb. Aber obwohl es für mich offensichtlich seit Jahren immer weiter geht, fühlt sich mein Arbeitsverhältnis nach wie vor unsicher und unverbindlich an. Die Inhalte sind gut, der Rahmen superfragil. 25 Jahre für ein bisschen Sicherheit? Wie wenig wertschätzend kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Arbeitgeber sein?
Susanne Bruha

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Bestandsschutz nach 25 Jahren ist ein Witz! Jeder Mitarbeiter ist es wert, eine Sicherheit zu haben. Wie würden Sie sich fühlen, wenn es hieße: Ja, Sie können die Intendanz machen, aber einen Kündigungsschutz bekommen Sie erst nach 25 Jahren…?!
Marie Stumpf, Studio FFO

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Der Status des Freien Mitarbeiters bedeutete einst bei aller Unsicherheit auch Freiheit. Heute nach langjähriger Zugehörigkeit fühlt man sich als Freier Mitarbeiter wie Freiwild, das jederzeit zum Abschuss freigegeben werden kann.

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Der Sender hat sich stets auf sein verfassungsrechtlich garantiertes Recht auf Abwechslung berufen, was die Beschäftigung freier Mitarbeiter angeht. Bei vielen nutzt er dieses Recht aber nicht: Freie werden über Jahrzehnte wie Feste eingesetzt. Sie stehen regelhaft über Jahre in Dienstplänen, sind höchst qualifiziert und allzeit bereit. Dafür verdienen sie weniger als ihre fest angestellten Kolleg*innen, müssen Kappungsgrenzen akzeptieren, sind weniger gut sozial abgesichert und – insbesondere jungen Mitarbeiter*Innen – wird signalisiert, dass sie ja austauschbar sind. Subtiler Druck, den alle Freien kennen. Ich will, dass sich das grundlegend ändert.
Ludger Smolka

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Auch, wenn ich noch nicht lange für den rbb arbeite: Dass das Programm des Hauses ohne die freien Mitarbeiter so nicht stattfinden würde, ist mir jetzt schon klar. Wir übernehmen viel Arbeit und viel Verantwortung. Das muss auch mit einer angemessenen Absicherung durch die Rundfunkanstalt honoriert werden.
Tim Korge

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Ein völlig unzureichendes Angebot, zumal es nur sehr wenige ältere Freie betreffen würde! 100%! ab einem deutlich früheren Zeitpunkt durchgehender Beschäftigung sind unabdingbar, um vor allem jüngeren freien MA eine Perspektive und Schutz anzubieten.

Stefan Feurich

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Nach 25 Jahren gönnt der rbb uns einen Hauch von Sicherheit? Ich bin empört! Ein solches Angebot für Pflegekräfte, Lehrerinnen, Lokführer wäre ein bundesweiter Skandal – Wertschätzung geht anders!
Julia Harbeck

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Das „Angebot“ ist unerhört und eine Provokation! Unter anderem auch, weil der Sender bis Ende der Nullerjahre Zwangspausen verhängt hat! Auch sind sicherlich schon zehn oder 15 Jahre Beschäftigung als langjährig zu bezeichnen!

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Sehr geehrte Frau Schlesinger, bitte sparen Sie und Ihre Kollegen sich die Zeit in Mails und Intranet-Einträgen über Wertschätzung, Stolz und Raketen zu philosophieren. Alles was Sie schreiben steht im krassen Gegensatz zu dem, was der rbb seinen programmgestaltenden freien Mitarbeitern als Angebot zur Beschäftigungssicherung vorgelegt hat. Wenn Sie wollen, dass man Ihnen zukünftig noch ein Wort glaubt, sollten Sie schleunigst und massiv nachbessern. – Um in Ihrem Bild zu bleiben: Ihre „Rakete“ fliegt nicht mit heißer Luft, dann wäre es nur ein Heißluftballon. Sie fliegt mir Treibstoff und der Treibstoff sind wir Freien. Eine kostbare Ressource. Behandeln Sie uns auch so. Herzliche Grüße
Alexander Goligowski

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Was ist unser Haus ohne Reporter?
Nichts!! Es gäbe den rbb nicht und alle anderen festen Arbeitsplätze.
Carsten Krippahl

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Liebe Freienvertretung, das Angebot des Senders für den Bestandsschutz programmgestaltender freier Mitarbeiter ist unzureichend und sollte sich vollumfänglich am bereits existierenden Bestandsschutz für freie Mitarbeiter im SWR orientieren. Viele Grüße von
Thomas Winter

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Beendigungsschutz nach 25 Jahren – dieses Angebot lässt einen sprachlos zurück.
Michaela Monsees, ARD-Text

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Ich wurde noch vom SFB journalistisch ausgebildet und bin seit es den rbb gibt im Einsatz fürs Haus. Das soll nicht reichen? Frechheit! !!
Frauke Thiele, freie Redakteurin rbbKultur 

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Liebe RBB-Geschäftsleitung: 80 % der Honorare nach 25 Jahren Beschäftigung?? 25 (als Wort: fünfundzwanzig) Jahre? Warum nicht gleich 26,5 Jahre oder 27 ¾ Jahre? Das käme Sie noch günstiger. Mfg,
K. Meffert

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Der SWR schafft 100 Prozent nach sechs Jahren freier Mitarbeit? Und der rbb brauch 25 Jahre für nur 80 Prozent? Nicht, dass noch alle nach Stuttgart gehen …
Der SWR schafft 100 Prozent nach sechs Jahren freier Mitarbeit? Und der rbb brauch 25 Jahre für nur 80 Prozent?
In Stuttgart erwirbt man damit rechnerisch pro Jahr einen Anspruch auf fast 17 Prozent, in Berlin auf drei – echt jetzt?
Mathias Wetzl, Redakteur

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Welche Botschaft sendet der RBB mit dem „Angebot“ Bestandschutz erst nach 25 Jahren ohne Unterbrechung im Sinne des 12a-Tarifvertrags? Der RBB hat keinerlei Interesse daran, freie Mitarbeiter an das Haus zu binden, die Erfahrungen und Wissen auch außerhalb des RBB‘s erworben haben. Der Horizont soll nur bis an die Grenzen des RBB reichen. Weiter nicht. Das Ergebnis ist bei denen zu sehen, die im RBB für sich in Anspruch nehmen, auch führen zu wollen, aber vor allem immer nur eines und dies zuallererst anstreben: Beschäftigungssicherheit ohne jede persönliche Verantwortungsübernahme. Der Mangel an neuen, anderen Perspektiven, der verengte Horizont, was zu der beharrlichen Lernunfähigkeit führt bei gleichzeitigem Verschleiß von möglichsten viel Energie, um am Ende nichts zu erreichen – dies hat genau darin ihre Ursache.
Tomas Fitzel

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Die Geschäftsleitung signalisiert uns Freien: ‚WIR bestimmen darüber, was für euch angemessen ist. Nämlich so wenig wie möglich. Denn eigentlich seid Ihr nichts wert. Ihr kostet nur.‘ Während es offiziell heißt: Wir wertschätzen die Freien und brauchen sie. Ich staune immer wieder, wie Anspruch und Wirklichkeit im rbb auseinanderklaffen. Wer wertschätzt und braucht, bietet etwas Substanzielles an.
Silke Merten

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Yes, we can: Wir können gemeinsam im rbb eine sichere Perspektive für alle Freien erreichen, die das Programm verlässlich mitgestalten. Und zwar nicht erst nach 25 Jahren. Andere öffentlich-rechtliche Sender wie SWR oder ZDF machen es vor. Nur so haben wir auch die Chance, guten Nachwuchs zu gewinnen – Stichwort Fachkräftemangel. Bitte legen Sie den Schalter um und ein besseres Angebot vor, liebe Geschäftsleitung!
Hilke Grabow (Redakteurin Inforadio)

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Seit mehr als 18 Jahren fühle ich mich dem rbb nun verbunden, doch auch Kreativität braucht Nährstoffe. Sie heißen Wertschätzung, Respekt und Motivation. Ein rares Gut im rbb – wie das Angebot auf Beschäftigungssicherung nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit bestätigt. Noch ist es nicht zu spät, sich die Kreativität der Mitarbeiter*innen auch für die nächsten Jahre zu sichern: Mit einem verbesserten Angebot für alle Freien!

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Das Angebot bedeutet für die allermeisten rbb-Reporter*innen keine Verbesserung, sondern weiterhin: Null Absicherung. Eine moderne, nachhaltige und familienfreundliche Personalpolitik sieht anders aus.
Anja Herr

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Ich arbeite seit vielen Jahren für den rbb- und zwar sehr gerne und mit viel Leidenschaft. Um so enttäuschter bin ich über die Vorschläge des rbb zur Beschäftigungssicherung. Beruht meine Liebe nicht auf Gegenseitigkeit? Anscheinend nicht, denn dann hätte es der rbb nicht nötig, sich auch nach so vielen Jahren immer noch eine Tür zur Beendigung offen zu lassen. Frustrierend und enttäuschend!
Anke Michel

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Wenn man als Unternehmen hunderte Stellen, die nicht nur Angestellten ähnlich sind, mit Freien besetzt, dann ist das ein Zeichen von unternehmerischer Inkompetenz in Sachen Personalführung, wenn man sie dann auch noch mehr und mehr in Abhängigkeit bringt, dann ist das beschämend und unanständig. Dass man bei Millionen gesparten Euro auf Kosten von „freien“ erwarten kann, dass sie wenigstens eine gewisse Absicherung bekommen, also ab 10 Jahren Bestandsschutz, ist schlicht selbstverständlich. Alles darunter ist ein Witz, mit dem es sich der rbb nicht nur weiter mit den Freien verscherzt, sondern sich komplett lächerlich macht.
Alexander Soyez, Inforadio

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Seit 1993, seit fast 30 Jahren bin ich im Auftrag von ORB und RBB als freie Autorin und Filmemacherin im Einsatz. Als langjährige Freie will ich endlich Beschäftigungssicherheit und erwarte von der Geschäftsführung einen Bestandsschutz, der unseren Arbeitsbedingungen Rechnung trägt. Z.B. war meine Tätigkeit für den RBB mehrmals unterbrochen, wenn Filme von einer Produktionsfirma realisiert wurden.
Jana Kalms

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Bestandsschutz erst nach 25 Jahren rbb-Zugehörigkeit – Wertschätzung für die zuverlässige und kompetente Arbeit langjähriger Mitarbeiter:innen sieht anders aus. Andere Sender machen vor, wie es geht!
Ula Brunner, rbb|24

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Liebe Geschäftsleitung, leider wie zu erwarten: Eine Enttäuschung… Ist Wertschätzung nur ein Wort? Überrascht uns doch mal mit ehrlichem Entgegenkommen,
Susanne Papawassiliu

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25 Jahre ununterbrochene Beschäftigung beim rbb, das werden wohl nur sehr wenige erreicht haben. Selbst wenn Zwangspausen und Elternzeit rausgenommen werden, sind 25 Jahre definitiv zu lang. Und was ist mit betriebsbedingten Kündigungen, weil Sendungen oder ganze Wellen eingestellt wurden? Wie z.B. bei der Abschaffung von radiomultikulti? Ich finde, so etwas muss auch berücksichtigt werden. Und insgesamt sollte schon eine wesentliche kürzere Beschäftigungsdauer beim Bestandsschutz greifen.
Andrea Handels