Archiv der Kategorie: Stellungnahme der Freienvertretung

Alt, krank, urlaubsreif?

Versammlung am 28.5.2018 um 17.00 Uhr in Berlin

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

am 29. Mai geht es mit den Verhandlungen um den sogenannten „12a-Tarifvertrag“ weiter, der im rbb die sozialen Leistungen für arbeitnehmerähnliche Freie regelt – also die Leistungen etwa bei Urlaub, Krankheit, Schwangerschaft, aber auch Regelungen bei Beendigung und Einschränkung von freier Mitarbeit. Die Gewerkschaften wollen dabei eine bessere Absicherung der Freien erreichen, z.B. durch Leistungen im Krankheitsfall schon ab dem ersten Tag, Familienzuschlag auch für programmgestaltende Freie, besseren Schutz vor Beendigung v.a. von langjährigen, älteren Freien u.v.m.. Die Verhandlungen sind jetzt an einem entscheidenden Punkt: Beide Seiten haben ihre Karten auf den Tische gelegt – der rbb mauert an den Punkten, an denen er Mehrkosten befürchtet oder seine Flexibilität eingeschränkt sieht.

Wir möchten euch am Vorabend der neuen Verhandlungsrunde zusammen mit den Gewerkschaften über den aktuellen Stand informieren und mit euch darüber diskutieren, wie wir unsere Interessen als Freie am besten durchsetzen können. Welche Wünsche geben wir der Verhandlungsdelegation mit auf den Weg? Wie können wir die Forderungen der Gewerkschaften von außen unterstützen?

Kommt deshalb alle zur

Versammlung am Montag, den 28. Mai 2018, um 17 Uhr im rbb Berlin
im HdR, 1. OG im Raum 02.01.040 (ehemaliger 105er)

Eure Freienvertretung

„Völlige Unkenntnis der realen Arbeitsbedingungen“

Ein Interview mit VJ-Sprecher Jan Wiese

Jan Wiese, der seit vielen Jahren für unterschiedliche Redaktionen des rbb als Videojournalist arbeitet, hat an der Gefährdungsbeurteilung (kurz GBU) für Videojournalisten teilgenommen. Die ist im letzten Jahr von der Fa. Caro durchgeführt worden. Arbeitspsychologen haben Arbeitsbedingungen, Workflow und psychische Belastungen der VJ unter die Lupe genommen. GBUs sind übrigens gesetzlich vorgeschrieben. Sie liefern Erkenntnisse darüber, ob Arbeitsbedingungen angemessen sind. Gibt es Kritik oder Klagen von Mitarbeiter_innen,  ist der Arbeitgeber angewiesen, geeignete Maßnahmen zur Verbesserung einzuleiten.
Die Freienvertretung hat mit Jan Wiese über seine Erfahrungen als „GBU-Forschungsobjekt“ gesprochen und wollte seine Einschätzung zu den Ergebnissen der GBU erfahren. Hier seine Antworten.
„Völlige Unkenntnis der realen Arbeitsbedingungen“ weiterlesen

Gleiches Geld für gleiche Arbeit!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das war eine tolle Woche! Und die nächste hat es auch in sich.

Vielen Dank an alle, die Mittwoch so kurzfristig in den Kleinen Sendesaal gekommen sind. 120 Leute haben sich klar und deutlich hinter das Verhandlungsteam der Gewerkschaften gestellt:

Gleiches Geld für gleiche Arbeit! Egal, ob fest oder frei. Gleiches Geld für gleiche Arbeit! weiterlesen

Fragen zum Bestandsschutz

Ein typisches Beratungsgespräch in Sachen Bestandsschutz läuft ungefähr so:

Ich habe Post vom rbb bekommen. Ein Honorarrahmenvertrag. Das klingt ja erstmal super – aber kann man das wirklich unterschreiben?

Na hoffentlich! Die Gewerkschaften haben hart verhandelt. Es gibt garantierte Aufträge bis zur Rente, Familienzuschlag, Geld für die Altersversorgung. Aber nur, wenn man unterschreibt, sonst nicht. Bitte natürlich vorher prüfen, ob alles stimmt.

Da steht so eine Zahl von Tagen, die mir garantiert werden sollen. Das ist deutlich weniger als meine Prognose. Da stimmt doch was nicht!? Fragen zum Bestandsschutz weiterlesen

Verwaltungsrat bestätigt NPG-Bestandsschutz

Jetzt ist es amtlich: Der Verwaltungsrat und die Gewerkschaften haben grünes Licht gegeben. Ab sofort wird die Personalabteilung allen NPG-Freien, die die Voraussetzungen erfüllen (regelmäßig beschäftigt 2014-2016) Honorarrahmenverträge zuschicken. In der ersten Welle bekommen diejenigen Angebote, deren Gewerke im „Katalog“ stehen, ab Ende November sind alle anderen dran. Wer die Voraussetzungen erfüllt, aber kein Angebot bekommt: Bitte melden, wir kümmern uns dann.

Bitte vormerken: Freienkongress 2018 in Bremen

Mehr Rechte für Freie – das fordert der ARD-Freienrat. Auf seiner konstituierenden Sitzung in Berlin haben die Delegierten der öffentlich-rechtlichen Sender einen Freienkongress in Bremen beschlossen. Am 20. und 21. April 2018 soll es zwei Tage lang um Qualität, Arbeitsbedingungen und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehen. In ARD und ZDF sind derzeit mehr als 18.000 arbeitnehmerähnliche „feste Freie“ beschäftigt. „Wir Freie sind diejenigen, die das Programm wesentlich gestalten. Aber trotzdem werden wir als Beschäftigte zweiter Klasse behandelt“, sagt Vorstandsmitglied des ARD-Freienrates Christoph Reinhardt (RBB). Heute wurde ein vierköpfiger Vorstand gewählt, dem auch Stephanie Hajdamowicz (WDR), Christina Fee Moebus (Radio Bremen) und Stefan Tiyavorabun (SWR) angehören.

Drei Jahre Freienvertretung

Heute in eigener Sache. Am 13. Oktober 2014 (einem Montag) hatten wir sieben frisch gewählten Freienvertreter/innen unsere konstituierende Sitzung. Seitdem ist viel passiert.

  • Gleich am nächsten Tag rollte eine Beendigungswelle beim Radio los. Seitdem beraten wir, so gut wir können – auch in weniger existenziellen Fragen. Korrekte Honorare, Urlaubsanträge, Zuschläge. Donnerstags übrigens immer von Potsdam aus.
  • Für jeden fünften rbb-Freien sind wir inzwischen aktiv geworden, die vielen kurzen Anrufe und Fragen per Mail gar nicht mitgezählt.
  • Vernetzung ist alles. Wir pflegen unsere Kontakte zu Medienpolitikern und Rundfunkräten; die bundesweite Zusammenarbeit im ARD-Freienrat (tagt übrigens morgen in Berlin) und die ARD-Freienkongresse haben wir in Gang gesetzt.
  • Wir haben Gerichte eingeschaltet, um unsere spärlichen Rechte auszuweiten. In diesem Quartal will das Bundesverwaltungsgericht eine Entscheidung über die Rolle der Freienvertretung bei Beendigungen treffen. Noch in der ersten Instanz sind wir in Sachen Chancengleichheit bei Fortbildungen, und wir streiten über ausreichende Informationsrechte.

Das schönste Geschenk zum dritten Geburtstag haben uns die Gewerkschaften und die Geschäftsleitung gemacht. Der Bestandsschutz-Tarifvertrag für viele Hundert NPG-Freie ist ein Meilenstein für die Rechte der Freien im rbb. Ganz ehrlich: Vor drei Jahren haben wir uns das zwar erträumt und eingefordert – für wirklich realistisch in so kurzer Zeit hat das wohl niemand von uns gehalten.

Was wir uns noch wünschen: Den überfälligen Abschluss des Programm-Honorarrahmens. Dringend notwendige Verbesserungen am 12a-Tarifvertrag. Und eine schnelle Evaluierung des Freienstatuts – damit die Interessenvertretung  für Freie endlich belastbare Rechte bekommt, um die Interessen der Freien auch wirksam vertreten können.

„Respekt und Rechte für Freie“ fordern wir seit Jahren. Wir sind weiter denn je – und haben noch viel vor!

Eure Freienvertretung:
Dagmar Bednarek, Christoph Hölscher, Lars Maibaum, Andrea Mavroidis, Thomas Prinzler, Christoph Reinhardt, Franziska Walser

Einigung bei Bestandsschutz und Tariferhöhung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diese Woche war zwar kurz, hat es aber in sich.

  • Schöne Sache: Die (zwei)jährlichen Honorar- und Gehaltstariferhöhungen sind durch – rückwirkend zum 1. Oktober gibt es 2,2 Prozent mehr, 2018 nochmal 2,35 Prozent.
  • Mindestens genauso schön: Die Tarifparteien haben jährlich 440.000 Euro zurückgestellt, mit denen der 12a-Tarifvertrag verbessert werden soll. Stichworte: Zahlung bei Krankheit ab dem 1. Tag, Familienzuschlag, Pflegzeiten. Die im Januar ausgesetzten Verhandlungen sollen noch in diesem Jahr weitergehen.
  • Am schönsten: Der Bestandschutztarifvertrag für NPG-Freie ist nunmehr auch offiziell unter Dach und Fach (die Zustimmung der Gremien steht noch aus). Dieser Tarifvertrag wird für viele hundert nicht Programm gestaltender Freier die soziale Sicherheit wesentlich verbessern und setzt neue Maßstäbe für einen fairen Umgang mit allen Freien. Wir danken allen Unterstützern der Legalize-it-Kampagne. Allen voran unserer Kollegin Marika Kavouras von ver.di, deren Anteil an diesem wichtigen Erfolg man nicht hoch genug schätzen kann.
  • Nicht ganz so schön: Im Oktober wird es wohl nichts mehr mit einer Fortsetzung der Verhandlungen zum Honorarrahmen Programm. Wir warten auf Termine.

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„Rechtsweg ungeklärt“: neue Richterschelte für das Freienstatut

„Freienstatut nach Gutsherrenart!“ – war das nicht was? Nach der vernichtenden Kritik des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg am rbb-Freienstatut im vergangenen Jahr, hat das Berliner Verwaltungsgericht jetzt noch einen draufgelegt.

In ihrem Beschluss vom 13. September 2017 stellt die Kammer fest:
„Der Gesetzgeber muss selbst das Wesentliche regeln und kann es nicht einem Dienststellenleiter frei überlassen, Inhalt, Zweck und Ausmaß einer Interessenvertretung und den gerichtlichen Rechtsschutz zu bestimmen.“

Im Klartext: Die Landesregierungen in Berlin und Potsdam haben versäumt, der für das Freienstatut verantwortlichen ehemaligen Intendantin Dagmar Reim vorzuschreiben, wie im Konfliktfall juristisch zu verfahren ist. „Rechtsweg ungeklärt“: neue Richterschelte für das Freienstatut weiterlesen