Archiv für den Monat: November 2021

FAQ: Was heißt für den rbb „durchgängige Beschäftigung“?

Der rbb hat in den Tarifverhandlungen angeboten, freien Mitarbeiter*innen, die mindestens 25 Jahre „ohne Unterbrechung“ für den Sender gearbeitet haben, eine Beschäftigungsgarantie bis zur Rente zu geben.

  1. Was heißt „Beschäftigung ohne Unterbrechung“? Wie wird das gezählt?

Der rbb will sich dabei auf die Berechnungsweise von Ankündigungsfristen im „Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Personen“ (12a-Tarifvertrag) stützen. Danach zählt jedes Kalenderjahr, in dem  ein*e freie Mitarbeiter*in an mindestens 72 Tagen sowie an mindestens zwei Tagen im Kalenderdritteljahr für den rbb tätig war. Ab dem sechsten Jahr kommt es auf die Verteilung der Tage auf Kalenderdritteljahre nicht mehr an.

2. Wenn ich zwischendurch mal ein Jahr weniger als 72 Tage gearbeitet habe – fange ich danach wieder bei Null an?

Es kommt darauf an. Wenn der rbb die Zusammenarbeit beendet hatte und ich in diesem oder dem darauffolgenden Jahr wieder für den Sender tätig geworden bin, genügen auch 54 Beschäftigungstage, damit die Beschäftigung nicht als unterbrochen gilt. Das darf allerding nur einmal alle sieben Jahre passiert sein. (Diese etwas seltsame Regelung ist entstanden, damit die 2013 abgeschaffte Zwangspause nicht als Unterbrechung der Beschäftigung gewertet wird und besteht immer noch fort.)

Alle 10 Jahre darf sogar die Grenze von 54 Beschäftigungstagen im Jahr unterschritten werden – eine Untergrenze wird hierfür nicht genannt. Dieses Jahr zählt dann zwar selbst nicht mit bei den Beschäftigungsjahren, unterbricht aber auch nicht die „durchgängige Beschäftigung“. Voraussetzung ist, dass der/die freie Mitarbeiter*in in den drei Kalenderjahren davor die 72 Tage geschafft hat.

Auch Kalenderjahre, in denen die 72 Tage wegen Kinderbetreuungszeiten, Pflegezeiten oder Krankheit nicht erreicht werden, gelten nicht als Unterbrechung der Beschäftigung, werden aber auch nicht mitgezählt. Das gilt ebenfalls für Zeiten, in denen man eine befristete Festanstellung beim rbb hatte.

3. Wie lange kann ich wegen einer Kinderbetreuungszeit meine Tätigkeit für den rbb unterbrechen und wie weise ich das nach?

Eine Kinderbetreuungszeit kann ich bis zum vollendete dritten Lebensjahr meines Kindes für maximal ein Jahr geltend machen. Das muss ich in der regel vor Beginn der Betreuungszeit schriftlich beim rbb ankündigen. Bisher nicht angezeigte Kinderbetreuungszeiten vor 2008 erkennt der rbb auch nachträglich noch an, wenn ich einen Nachweis beibringe (Elterngeldbescheid o.ä.)

4. Was passiert, wenn ich lange krank war und deshalb in einem Jahr nicht auf 72 Beschäftigungstage komme?

Wenn ich in dieser Zeit einen „Zuschuss im Krankheitsfall“ vom rbb oder Krankenged von meiner Krankenversicherung erhalten habe, gilt dieses Kalenderjahr nicht als Unterbrechung der durchgängigen Beschäftigung, wird aber selbst nicht mitgezählt (siehe Punkt drei).

5. Den rbb gibt es doch noch gar nicht seit 25 Jahren. Was ist denn mit meiner Beschäftigung beim SFB/ORB?

Da der rbb der Rechtsnachfolger von SFB und ORB ist, wird die Beschäftigung dort nach den gleichen Regeln berücksichtigt.

6. Ich war vor 2013 in der „Zwangspause“ – fängt die Zählung danach wieder von vorne an?

Es kommt darauf an (siehe Punkt 3). Wenn ich nach der Zwangspause auf mindestens 54 Beschäftigungstage gekommen wird, zählt das Jahr mit. Allerdings nur einmal alle sieben Jahre.

7. Ich habe keine Unterlagen mehr über meine Beschäftigungstage. Wie finde ich heraus, wieviele Jahre der rbb anerkennt?

Wenn es „ernst“ wird, kann ein Beschäftigungsverauf bei der Personalabteilung beantragt werden. Dieses Recht besteht allerdings nur zur „Klärung von Ansprüchen“, die ja jetzt in Bezug auf eine mögliche Beschäftigungssicherung noch nicht bestehen. Also bitte zu diesem Zeitpunkt nicht die ohnehin schon überlastete Personalabteilung mit Anfragen bombardieren!

8. Ich habe meistens als Autor*in gearbeitet – auf der Abrechnung tauchen die tatsächlichen Beschäftigungstage gar nicht auf, immer nur die, an denen das Honorar angewiesen wurde. Was mache ich da?

Das kann schwierig werden, eine Klärung ist aber nicht unmöglich. Allein aus der Honorarsumme kann man oft ableiten, dass deutlich mehr Tage gearbeitet wurden. Wer seine Urlaubsanträge kopiert hat, kann die dort angegebenen Tage anführen. Vielleicht könnt ihr auch anhand anderer Daten (Kalender, Emailverkehr, …) eine Aufstellung eurer tatsächlichen Arbeitstage machen bzw. Belege dafür zu suchen. Die zählen auch zu den 72 erforderlichen Tagen, sind aber womöglich schwieriger nachzuweisen.

9. Was mache ich, wenn ich jetzt immer noch Fragen habe?

Wendet euch gerne an die Freienvertretung@rbb-online.de.

rbb bietet Beendigungsschutz erst nach 25 Jahren

Gewerkschaften weisen unzureichendes Angebot zurück

Der rbb hat in der ersten Verhandlungsrunde über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung für arbeitnehmerähnliche Freie ein Angebot vorgelegt. Demnach könnten Kolleginnen und Kollegen, die mindestens 25 Jahre ohne Unterbrechung im Sinne des 12a-Tarifvertrags für den rbb gearbeitet haben, nur noch aus wichtigem Grund beendet werden. Die Honorare sollen bei 80 Prozent der bisherigen Höhe gesichert werden.

Dieses Angebot ist völlig unzureichend und würde nur einen sehr kleinen Kreis von Freien tatsächlich schützen. Wir haben es unmissverständlich zurückgewiesen. Der rbb war nicht in der Lage, uns zu sagen, wie viele Kolleginnen und Kollegen diese Voraussetzungen überhaupt erfüllen. Wir fürchten: So gut wie niemand! 

Wir wollen, dass alle langjährigen Freien Beschäftigungssicherheit bekommen. Unseren Vorschlag, die Grenze für eine unbefristete Beschäftigungssicherung bei sechs Jahren zu ziehen, die auch der Manteltarifvertrag für befristete Beschäftigung von Festen vorsieht, schließt der rbb aus. Weil die Verhandlungsdelegation der Geschäftsleitung heute kein Mandat für ein anderes Angebot hatte, haben wir den Termin vorzeitig beendet. Die nächste Runde ist für den 3. Dezember vereinbart. 

Weitere Einzelheiten wollen wir mit euch bei der Versammlung am Mittwoch um 17 Uhr besprechen. Sie ist offen für alle Freien.


Euer Verhandlungsteam

ver.di: Marika Kavouras, Kathlen Eggerling, Dagmar Bednarek, Andrea MavroidisDJV: Christoph Reinhardt, Michael Hirschler, Christoph Hölscher, Lojain Al Holu

2G/3G + Einlasskontrolle + Freienversammlung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

so rasant wie die Inzidenzen in die Höhe schnellen, gewinnt die Diskussion im rbb über 2G, 3G, Tests ja oder nein an Fahrt. Wer sich vor ein paar Wochen noch der Illusion hingegeben haben mag, womöglich ungeimpft und uneingeschränkt durch die Pandemie zu kommen, reibt sich jetzt vermutlich verwundert die Augen.

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Denn seit heute haben alle Arbeitgeber – also auch der rbb – das Recht, den Impfstatus seiner Mitarbeitenden zu erfragen. Und: ab sofort gilt 3G am Arbeitsplatz. In den letzten Monaten ist der rbb nicht schlecht damit gefahren, die Kolleg*innen inständig zu bitten, sich freiwillig testen zu lassen, wenn sie eng mit anderen zusammenarbeiten müssen. Das Infektionsgeschehen im Haus gibt der Taskforce bislang recht. Auch wenn die vierte Corona-Welle auch vor dem rbb nicht Halt macht. Die neuen rechtlichen  Vorgaben führen deshalb zu weiteren Verschärfungen: bereits ab kommender Woche Mittwoch darf den rbb nur noch betreten, wer eins der 3 G’s  am  Empfang belegen kann! Die Einlasskontrollen werden dafür an allen Standorten aufgestockt.

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3G für alle im Job steht vor der Tür, 2G ist schon da. Jedenfalls bei den tagesaktuell arbeitenden Kolleg*innen in Produktion und Redaktionen. Denn seit letztem Montag lässt der Berliner Senat nur noch Getestete oder Genesene in öffentliche Einrichtungen. Das gilt natürlich auch für Fernsehteams und andere Pressemenschen. Damit die umfassende Berichterstattung  – unser Kerngeschäft – uneingeschränkt möglich bleibt, wurden die Mitarbeitenden im rbb gefragt, ob sie „2G-einsatzfähig“ seien. Die Freienvertretung hatte sich im Vorfeld dafür eingesetzt, dass die Abfrage entschärft und in sehr abgespeckter Form durchgeführt wurde. Aber wir finden es nachvollziehbar, dass der Arbeitgeber wissen muss, wen er wie disponieren und wo hinschicken kann. Schließlich sind davon auch die im Team (mit)arbeitenden Kolleg*innen betroffen. Ungeimpfte Mitarbeitende haben sich nun bei der Freienvertretung beschwert, dass sie von der Arbeit  „ausgeschlossen“ werden.  Kann sein, dass es sich für Impfskeptiker*innen so anfühlt. Aber tatsächlich hat der Arbeitgeber das Recht, den Rahmen für bestimmte Einsätze festzulegen. Und in der gegenwärtigen Situation auch die Pflicht, bei der Eindämmung der Pandemie mitzuwirken. (Und nicht nur der!)

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Jetzt muss noch geklärt werden, ob ungeimpfte Kolleg*innen Anrecht auf Lohn- bzw. Honorarzahlungen haben, wenn sie bestimmte 2G-Einsätze aus den oben genannten Gründen nicht wahrnehmen können – und es nicht ausreichend Ersatzangebote gibt. Wie wir hören, macht sich das Justitiariat gerade Gedanken darüber. Klar scheint zu sein, dass angestellte und bestandsgeschützte Mitarbeitende gleich behandelt werden sollen.

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Doch auch die Arbeit „In-House“ bedeutet für nicht wenige jeden Tag aufs Neue eine riesige Herausforderung. Stichwort CNC! „Die Rakete ist gestartet“ um- und beschreibt unsere Intendantin im Intranet den Start des neuen Crossmedialen Newscenters. In Punkto Lautstärke können die Kolleg*innen, die schon jetzt im 6. Stock des FSZ in Berlin arbeiten müssen, sicherlich zustimmen. Es wird beklagt, dass der Baulärm von oben (im zukünftigen Newsroom in der 7. Etage wird noch heftig gebohrt und gehämmert) enorm ist und für zusätzlichen Stress während der Startphase gesorgt hat und weiterhin sorgt. Ein großes Durcheinander soll auch noch bei Zuständigkeiten und Workflows herrschen, wie wir hören. So eine Rakete ist halt ein kompliziertes Gebilde…

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Die Tarifverhandlungen in Sachen Beschäftigungssicherheit für alle rücken näher. Die Älteren erinnern sich: aufgrund der Proteste der Freien im Mai und im September hatte sich der rbb bereit erklärt, über eine bessere Absicherung – auch für Programm-Mitarbeitende – zu verhandeln. Nächsten Dienstag ist es schließlich so weit, dann treffen sich die Gewerkschaften mit der rbb-Verhandlungsdelegation: Tarifverhandlungen am 23. November. Das Orgateam #wirsindnichtda lädt am darauffolgenden Tag, nämlich am 24. November 2021 um 17 Uhr zu einer Freienversammlung ein, auf der das Ergebnis des Verhandlungstages von und mit euch allen bewertet werden soll. Einzelheiten zum Nachlesen INKLUSIVE Teamslink für die Versammlung findet ihr unter http://wirsindnichtda.rbbpro.de/teamsversammlung-zum-bestandsschutz. #bestandschutzfüralle

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So und zum Schluss noch einmal zurück zum dicken G: wer von euch den Sprung von 3G zum 2G machen will, der kann das relativ entspannt in unserem Sender tun: keine Warteschlangen, persönliche Termine, individuelle Beratung. Der rbb-Betriebsarzt Dr. Hücker impft Ersttäter*innen und alte Häs*innen, sprich Booster- Kandidat*innen mit Biontech und Moderna. Termine über betriebsarzt@rbb-online.de oder telefonisch unter -12611.

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Nie war es ehrlicher gemeint als heute: bleibt gesund und habt ein schönes Wochenende!

Eure Freienvertretung Probleme mit den Intranet-Links? Wer von außen auf das Intranet zugreift, ersetzt den URL-Anfang (https://intranet.rbb-online.de/) durch https://mein.rbb-online.de:11005/.

CNC + Homeoffice + Mindestlohn

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein Wesen geht um im rbb – das „Wesen der freien Mitarbeit“. Und auch, wenn es manchmal so aussieht, als hätten sich alle dagegen verbündet (das Justitiariat, der Produktionsdirektor, der neue Vorabend, die Fortbildungsabteilung, s.u.), am Ende der Woche sieht man deutlich: Wo Freie zusammenhalten, können sie nur gewinnen.

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