Archiv für den Monat: Februar 2021

zibb und rbb um6 + Freie in den Personalrat + Umfrage Diversität im rbb

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das alles überschattende Thema war auch in dieser Woche die Einstellung von zibb und rbb um6 zum Ende des Jahres. Schon am letzten Freitag haben nach unserer Kenntnis 74 Freie ein Schreiben im Briefkasten gefunden, in dem der rbb ihnen die Beendigung oder wesentliche Einschränkung ihrer Tätigkeit ankündigt. Eine völlig neue Dimension – Entlassungen von Freien in dieser Größenordnung hat es zumindest seit der Einstellung von Radio Multikulti nicht gegeben. zibb und rbb um6 + Freie in den Personalrat + Umfrage Diversität im rbb weiterlesen

Einstellung rbb um6 und zibb + + Freie in den Personalrat ++ Abrechnungsfehler

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

manchmal wünscht man sich wirklich, dass weniger los gewesen wäre. Die Woche begann mit einer echten Hiobsbotschaft – mit existenziellen Folgen für viele rbb-Freie. Am Montag verkündeten Programmdirektor Schulte-Kellinghaus und der designierte Chefredakteur Biesinger, dass die TV-Magazine zibb und rbb um6 zum Jahresende eingestellt werden und durch neue Formate ersetzt werden sollen. Geplant sind eine weitere Nachrichtenausgabe von rbb24, ein „Servicemagazin“ sowie ein Promi-Talk. Das Ziel: Einsparungen und mehr Quote. Konkret sollen die neuen Formate 2,3 Millionen Euro – d.h. rund 40 % – billiger sein als die alten und dabei einen zweistelligen Marktanteil erreichen. Mehr Quote für weniger Geld – kann das klappen? Wir sind mehr als skeptisch. Einstellung rbb um6 und zibb + + Freie in den Personalrat ++ Abrechnungsfehler weiterlesen

Gemeinsame Stellungnahme der Mitarbeitervertretungen

Mehr Quote für weniger Geld?
Keine „Sanierung“ des Vorabends auf Kosten der Freien!

Mit Bedauern und Sorge nehmen die Mitarbeitervertretungen zur Kenntnis, dass der rbb zum Jahresende die langjährigen TV-Flaggschiffe zibb und rbb um6 einstellen und durch neue Formate ersetzen will. Hauptbetroffene dieser Entscheidung sind rund 75 freie Redakteur:innen, Autor:innen, Moderator:innen und Aufnahmeleiter:innen, deren bisherige Aufgaben ganz oder teilweise wegfallen werden.

Wir fordern, diese Kolleg:innen mit höchster Priorität bei der Auswahl des Personals für die Nachfolgeformate zu berücksichtigen bzw. mit neuen Aufgaben in anderen Bereichen des Hauses zu betrauen. Der rbb muss hier seine soziale Verantwortung als Arbeitgeber wahrnehmen und für alle betroffenen Freien neue Beschäftigungsmöglichkeiten finden!

Indirekt sind durch die Programmentscheidung auch freie Kameraleute, Cutter:innen, Studio- und EB-Techniker:innen vor allem am Standort Potsdam betroffen, die neben anderen für die Sendungen zibb und rbb um6 arbeiten. Deshalb ist es wichtig, dass auch die Nachfolgeformate möglichst in Potsdam produziert werden. Mit Sorge verfolgen wir schon seit Jahren die Verlagerung von Redaktions- und Produktionskapazitäten nach Berlin, die mit dem CNC/MHZ eine neue Dimension erreichen wird. Der Standort Potsdam – und damit der Charakter des rbb als „Zwei Länder-Anstalt“ – darf keinesfalls weiter geschwächt werden!

Insgesamt erscheint uns die doppelte Absicht der Geschäftsleitung, durch den Umbau des Vorabends einerseits zwei Millionen Euro einzusparen und andererseits mehr „Quote“ zu machen, widersprüchlich und wenig erfolgversprechend. Akzeptanz baucht Qualität – und die hat ihren Preis! Wir befürchten vielmehr, dass die angekündigten Einsparungen eine Abwärtsspirale in Gang setzen, die mit weiter schwindender Akzeptanz und – in der Folge – erneuten Einsparungen einhergeht.

Statt das Programm schrittweise kaputt zu sparen, erwarten wir von der Geschäftsleitung eine langfristige Strategie, wie mit dem Bestand an festen und freien Mitarbeiter:innen unter schwierigen finanziellen Bedingungen auch in Zukunft ein hochwertiges und erfolgreiches multimediales Programm gemacht werden kann.

Personalrat, Freienvertretung, Redakteursausschuss und Schwerbehindertenvertretung

Bestandsschutz-Umfrage + Krankengeld + Compliance

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hat jemand in den vergangenen Wochen Newsletter ohne klickbare Links bekommen? Tut uns leid, wir arbeiten mit dem Support an einer Lösung. Zur Sicherheit gibt es den Newsletter ja immer in voller Pracht unter https://www.rbbpro.de

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… und dort gibt es auch alle Details zu unserer Bestandsschutz-Umfrage. Vielen Dank an die vielen Teilnehmer*innen! Wir haben fast die Hälfte unserer kleinen, aber feinen Zielgruppe (knapp 900 feste Freie ohne Bestandsschutz) erreicht, schon das ist ein starkes Signal. Bei anderen Umfragen freut man sich schon, wenn die Beteiligung bei 10-20 Prozent liegt.

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Weniger erfreulich als die Beteilung sind die Ergebnisse. Nur jede*r 20. der Umfrageteilnehmer*innen ohne Bestandsschutz fühlt sich gut abgesichert für den Fall, vom rbb vor die Tür gesetzt zu werden. Fast die Hälfte von ihnen sind 50 Jahre oder älter, im Durchschnitt arbeiten sie Schnitt seit 15 Jahren für den rbb, 147 Tage im Jahr. Und 84 Prozent fühlen sich benachteiligt im Vergleich zu Festen und Bestandsgeschützen. Da muss die rhetorische Frage doch lauten: Was ist die Lösung der Misere?

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Bestandsschutz! Überraschung: Auch wenn zwei Drittel ihre Tätigkeit lieber in Festanstellung machen würden als frei ohne Bestandschutz – noch populärer ist eine freie Beschäftigung „mit langfristiger Beschäftigungssicherung“ (87 Prozent). Übrigens – last, not least, den allerhöchsten Wert mit 93 Prozent Zustimmung haben wir bei der Frage erreicht, wer jetzt gefragt ist: Die Gewerkschaften.

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Da freut sich die Freienvertretung, dass sich gestern die Zahl der Freien im Vorstand des Verdi-Senderverbands verdreifacht hat (auf, naja, etwas niedrigem Niveau). Und mindestens ebenso, dass die zwei neugewählten Freien zugleich der Freienvertretung angehören. Herzlichen Glückwunsch!

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Dass die Gewerkschaften die Freien für sich entdecken, ist aber nur die halbe Miete. Kaum hat die Bundespolitik sich durchgerungen, die Tür für Freie in die Personalräte zu öffnen, versuchen einige Bundesländer, die Tür zuzudrücken. Der verdi-Bundesvorstand schreibt gegen den drohenden Ausschluss der programmgestaltenden Freien. Der DJV-Bundesvorsitzende protestiert gegen die Konterrevolution im MDR-Staatsvertrag. Auch beim NDR-Staatsvertrag geht es noch ums Kleingedruckte. Und in Berlin und Brandenburg? Geht es ans Eingemachte. Spannend, die Debatte im Berliner Medienausschuss – so viel Unterstützung hatten wir jedenfalls noch nie. „Gleiche Arbeit, gleiche Vertretung“ – das hört man gerne von einer Regierungsfraktion. Und dass wir nicht alle überzeugen konnten, ist nicht unser Problem.

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Noch ein Wort zum Kinderkrankengeld. Bekommt halt doch nicht jede*r, mussten einige feststellen. Gesetzlich versichert sein genügt nicht, wenn der rbb einen bei der Krankenkasse zum ermäßigten Beitragssatz anmeldet, ohne Anspruch auf (Kinder-)Krankengeld. So oft wie die Freienvertretung in dieser Woche auf § 44 Abs. 2 Nr. 2 SGB V gestarrt hat (und sich gewünscht hat, es gäbe noch dicke Gesetzesbücher, die man der Personalabteilung auf den Tisch knallen könnte): Die allermeisten von uns sind weder selbständig noch unständig und schon gar keine Vollrentner. Rums! Verklagen müsste man die! Aber viel schneller hilft: die Wahlerklärung abgeben. Bitte jetzt gleich, auch Kinderlose brauchen manchmal Krankengeld.

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Liebe Moderator*innen, liebe Expert*innen „on Air“ – obacht! Der Sender hat sich eine neue Regelung ausgedacht, exklusiv für Freie. Eure Führungskraft wird bald auf euch zukommen, und selbst wenn nicht, gilt die Regelung trotzdem. Gut gemeint ist sie ja (mehr Transparenz bei möglichen Interessenkonflikten), gut gemacht geht anders. Ihr verpflichtet euch damit, dem Sender „alle öffentlich wirksamen Tätigkeiten“ außerhalb des rbb der Redaktionsleitung „schriftlich“ und „vorab“ anzuzeigen. Ja, richtig gelesen, „alle“ „Auftritte oder Tätigkeiten“. Auch wenn gar keine Interessenkonflikte bestehen, muss der Chef diese Angaben sammeln, denn er soll jederzeit beurteilen können, ob bei euren Tätigkeiten „ein breites Spektrum“ abgedeckt ist und nicht „eine persönliche Gesinnung eingekauft“ wird. Bei allem Respekt vor der Rundfunkfreiheit, das geht definitiv zu weit. Damit keine Missverständnisse entstehen: Die Freienvertretung ist sehr für Transparenz und sehr gegen Bestechlichkeit. Dass der rbb unsere Änderungsvorschläge verwirft, gehört zum Geschäft. Dass nicht mal die Tippfehler korrigiert werden, geschenkt. Dass eine so heikle Regelung ohne Datenschutz-Prüfung in Kraft tritt, ist eigentlich unvorstellbar. Aber mit uns kann man es ja machen, #mitarbeiterzweiterklasse2021. Wir haben die Datenschutzbeauftragte um Stellungnahme gebeten.

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Sehr erfreut sind wir allerdings über die pragmatischen Lösungen der Honorarberechnung beim BVUK-VdP-Problem. Der rbb hat die leergefegten Konten der betroffenen Kolleg*innen wieder aufgefüllt, Ratenzahlung ist möglich. Das reicht doch schon für ein

Schönes Wochenende!

Eure Freienvertretung

Freien-Umfrage zum Bestandsschutz

Hohe Priorität für das Thema „Beschäftigungssicherung für Freie“ – dafür sprechen sich in einer Umfrage der rbb-Freienvertretung 93 Prozent der Befragten aus. Im Vergleich zu Festangestellten bzw. Freien mit NPG-Bestandsschutz fühlen sich 83 Prozent der Teilnehmenden ohne Bestandsschutz benachteiligt. Gerade einmal 5 Prozent von ihnen fühlen sich sozial „gut abgesichert“. Bestandsschutz mit einer langfristigen Beschäftigungsgarantie wäre für diese Gruppe deutlich attraktiver als eine Festanstellung. 87 Prozent würden mit Bestandsschutz gerne weiter in freier Mitarbeit beschäftigt werden, die Absicherung durch eine Festanstellung wäre für 64 Prozent attraktiv.

Freien-Umfrage zum Bestandsschutz weiterlesen

Kinderbetreuung – Honorar-Panne – Streamingtipps

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wer will, wer will, wer hat noch nicht

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… an unserer Umfrage zum Bestandsschutz für alle teilgenommen? Wichtig für diejenigen, die nicht unter den aktuellen Bestandschutz-TV fallen, weil sie in den Jahren 2014 bis 2016 nicht (oft  genug) im Haus waren bzw. als Journalist*innen programmgestaltend sind. Das sind derzeit knapp 900 Leute. Fast 500 Kolleg*innen haben bisher ihr Votum abgegeben, mehr als die Hälfte, jippie! Geht da noch was? Bis Montag läuft die Umfrage noch, am Dienstag wird die Freienvertretung die Ergebnisse auswerten. Letzte Chance zum Mitmachen (…jeder nur ein Kreuz)! Kinderbetreuung – Honorar-Panne – Streamingtipps weiterlesen