Archiv für den Monat: Januar 2020

Ausnahmezustand+++Schiedskomission+++SV-Pflicht

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Begriff „Ausnahmezustand“ beschreibt vielleicht ganz gut, wie viele der freien Kolleg*innen die letzte Woche erlebt haben. Wir befinden uns im Monat eins nach Inkrafttreten des neuen Honorarrahmens Programm und die Verwirrung könnte größer nicht sein. In vielen Redaktionen wird über angemessene Eingruppierungen gestritten und um Honorare gefeilscht. Dabei geht es oft nicht um die tatsächliche Tätigkeit, die geleistet wird, sondern um die Kassenlage der jeweiligen Redaktion. Das ist für beide Seiten unbefriedigend, für die Freien aber eben auch eine Frage der Existenz. Zu allem Überfluss kam dann auch noch die Meldung aus der Honorarabteilung, dass die Januarhonorare nicht ausgezahlt werden können, weil es technische Probleme gebe. Glücklicherweise konnte das Problem dann doch schnell behoben werden und mittlerweile sollte der Rubel rollen. Sagt uns, wenn es nicht so ist. Ausnahmezustand+++Schiedskomission+++SV-Pflicht weiterlesen

SV-Pflicht+++Evaluierung Freienstatut+++Tarifgerechte Honorierung

iebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2020 hat es in sich. Turbulent gestartet und turbulent geht es weiter. Zur nicht ganz ruckelfreien Umsetzung des Honorarrahmens gesellt sich für viele Kolleg*innen die angedrohte Umstellung auf die Sozialversicherungspflicht – beides mit Potential zum Dauerbrenner.

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Brutto=netto + Tage des 2. Standbeins

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach dem fulminanten Auftakt am Montag – Tag des 2. Standbeins bei Brandenburg Aktuell und der Abendschau – und der höchst verspäteten Brutto=Netto-Informationsveranstaltung der Personalabteilung am Freitag war das Thema der Woche eindeutig: Geld.

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Für eine gerechte Einstufung in den neuen Honorarrahmen Programm und gegen die Kürzungen der Redaktionsetats um jeweils 250.000 € haben 70 Freie bei Brandenburg aktuell und der Abendschau mal gemeinsam auf ihrem zweiten Bein gestanden. Will heißen: Dem rbb standen sie an diesem Montag nicht zur Verfügung. Die Folge: Viele Dienste bleiben unbesetzt, die Festangestellten mussten die Sendungen des Tages fast alleine stemmen und die drohenden Sendelücken u.a. mit Beiträgen aus der Konserve oder langen Interviewstrecken füllen. Die Freien, so hörten wir, wurden jedenfalls schmerzlich vermisst. Auch sonst hat die Aktion wohl zu hektischer Betriebsamkeit in den Chefbüros geführt. Jedenfalls will der rbb die Konfliktkommission, die über strittige Fälle bei der Anwendung des Honorarrahmens entscheiden soll, nun ganz schnell einberufen. In der Sache ist allerdings noch nichts erreicht. Deshalb soll es auch im Februar den nächsten „Tag des zweiten Standbeins“ geben. Vielleicht machen dann ja auch noch Freie aus anderen Bereichen mit – Unmut über die Einstufung gibt es nämlich nicht nur bei den Kolleg*ìnnen von den Fernsehnachrichten.

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Tatsächlich wissen viele Programm-Freie noch immer nicht genau, was sie tatsächlich verdienen: ob ihre Arbeit als Dienst oder Werk, selbständig oder abhängig, mit oder ohne Zuschläge etc. etc. honoriert wird. Die Materie ist aber auch ganz schön kompliziert – selbst manche Führungskraft blickt da nicht so richtig durch. Auf 72 Seiten kommt das Paket aus Start- und Ziel-Honorarrahmen nebst Inkraftsetzungs-Tarifvertrag, 67 Seiten Tätigkeitskatalog mit knapp 1000 Schlüsselzahlen hat die Honorarabrechnung daraus kondensiert. Zu diesen Mega-Regelwerken kommen jetzt peu a peu die lokalen Honorarlisten für die einzelnen Redaktionen hinzu. Das eine oder andere Mal musste die Freienvertretung tief durchatmen – und wusste nicht immer, ob sie sich freuen sollte über so viel kreatives Engagement bei der Auslegung durch die Führungskräfte oder gleich die Revision in Marsch setzen sollte. Typische Begründungen: „Für uns ändert sich sowie  nichts“, „Das lässt sich bei uns leider nicht umsetzen“, „Wenn wir das 1:1 anwenden, bricht hier alles zusammen“ (alle Zitate natürlich rein fiktiv).

Aber ganz im Ernst: Wir haben auch viel ehrliches Bemühen gesehen, die komplexen Regeln und Übergangsregeln nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen. Wir bitten alle Chefs und alle Freien um Geduld, falls es im ersten Anlauf nicht klappt. Wir schaffen das! Und die Freienvertretung berät gerne.

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…natürlich weiterhin auch in Sachen Sozialversicherungs- und Lohnsteuerpflicht. Am heutigen Freitag haben sich Herr Bielefeld und Frau Wulff von der Personalabteilung bei einer Informationsveranstaltungen den Fragen der Kolleg*innen gestellt, deren Honorarabrechnung jetzt von selbständig auf abhängig umgestellt werden soll. Vorweg: Der Saal war voll, die Stimmung am Siedepunkt. Die wesentlichen Ergebnisse kurz zusammengefasst: Bis Anfang April gibt es eine Übergangsfrist, in der alles so bleibt wie es ist, d.h. die Honorare der geschätzt 150 – 200 betroffenen Freien werden weiterhin brutto=netto ausgezahlt. Bis dahin, so die Zusage, habe jede*r Anspruch auf eine individuelle Prüfung und Beratung durch die Personalabteilung, die ggf. auch bei einer Statutsprüfung durch das Finanzamt und die Rentenversicherung unterstützt. Sollte diese bis zum 1. April nicht abgeschlossen sein, gebe es auch die Möglichkeit einer Fristverlängerung, bis die Abrechnung umgestellt wird. Außerdem solle der neue Tätigkeitskatalog noch einmal daraufhin überprüft werden, ob nicht doch weitere Tätigkeiten – etwa als Autor*in von kürzeren Beiträgen – selbständig abgerechnet werden können. Unsere Empfehlung: Wenn ihr der Meinung seid, bislang zurecht als Selbständige abgerechnet worden zu sein und auch weiterhin so abgerechnet werden wollt, wendet euch schnellstmöglich an eure*n zuständige*n Honorarsachbearbeiter*in! Solltet ihr dort keine Unterstützung bekommen, sagt uns bitte so schnell wie möglich Bescheid.

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Falls ihr vorher noch eine zweite Meinung zum Thema hören wollt: Michael Hirschler vom DJV steht für alle praktischen und juristischen Fragen zum Thema Umstellung zur Verfügung: 21.1., 17 Uhr, Berlin, Haus des Rundfunks, Raum ehem. 105er (1. OG über dem Eingang). Wir werden natürlich auch dabei sein.

Jetzt erstmal ein schönes Wochenende!

Eure Freienvertretung

Brutto=netto + Proteste bei BA und Abendschau + Honorarrahmen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Personalabteilung bittet um Entschuldigung! Die Kolleg*innen von Abendschau und Brandenburg Aktuell lassen sich nicht mehr hinhalten! Brutto=netto soll es nicht mehr geben! Krisentreffen auch bei ZIBB und beim ARD-Text! Heidewitzka, was für eine Woche! Nicht nur die Freienvertretung spürt die Grenze der Belastbarkeit, der ganze rbb ächzt.

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Wann war doch gleich der letzte Streik bei der Abendschau? Wirklich schon eine Weile her. (Fernseh)Geschichte wiederholt sich bekanntlich nicht, schon deswegen wird am kommenden Montag ausdrücklich nicht gestreikt. Wir präsentieren stattdessen stolz: Den ersten „Tag des 2. Standbeins“ im rbb, gemeinsam orchestriert und durchgeführt von der Freien der Berliner Abendschau und Brandenburg aktuell! Erst die Etat-Kürzungen, dann die Nullrunde statt Honorarerhöhung und die falschen Einstufungen in den neuen Honorarrahmen – sorry, liebe Geschäftsleitung, so nicht. Die Freienvertretung ist zuversichtlich, dass diese erste Maßnahmen den Quoten der Sendungen jedenfalls nur gut tun können: Am Montag, weil wir ja alle gucken wollen, wie die Sendungen ohne die 70 beteiligten Freien aussehen (2009 war es schon ein bisschen creepy). Und langfristig, weil faire Honorare und zufriedene Mitarbeiter einfach für bessere Sendungen sorgen.

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Allein die Ankündigung hat schon gewirkt. Gestern sah es noch so aus, als wollte sich die Geschäftsleitung für die ersten Sitzung der Konfliktkommission noch Monate Zeit nehmen. Heute hören die Gewerkschaften, dass der rbb gerne doch schnell Termine machen will, #FalscheEinstufung. Konfuzius sagt: Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

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Dass die Personalabteilung die überrumpelten selbständigen Freien um Entschuldigung bittet, kommt auch nicht alle Tage vor. So geschehen vier Tage nachdem durchgesickert war, dass der rbb Brutto=Netto-Honorare bis April fast komplett abschaffen will. Weil die Freienvertretung die zarte Pflanze Fehlerkultur nicht gleich in Grund und Boden trampeln will, verzichten wir ausnahmsweise auf ein passendes Adjektiv für die „Kommunikation“ zum Thema „Selbständige Honorare/Sozialversicherung“. Müssen aber darauf hinweisen, dass die Bitte um Entschuldigung wesentlich überzeugender wäre, wenn nicht unmittelbar vorher (in den FAQs zur Umstellung) ausführlich nahegelegt würde, dass das Problem mit der späten Unterzeichnung des Honorarrahmens zu tun hätte. Das hat es nun wirklich nicht.

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Weil wir schon vorgestern ausführlich über die Abschaffung der Brutto=netto-Honorare geschrieben haben, heute nur ganz knapp. Die meisten Gerüchte, über die wir Mittwoch noch spekulieren mussten, haben sich als zutreffend herausgestellt: Bis Ende März gibt es eine Übergangsfrist, in der alle Beitragsmacher*innen, die auch künftig brutto=netto bezahlt werden wollen, eine Statusfeststellung bei der Rentenversicherung bzw. beim Finanzamt veranlassen sollen. Die Personalabteilung informiert am Donnerstag, 16.1., 10 Uhr, im Erfrischungsraum.

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Danke an den DJV-Sozialrechtsexperten Michael Hirschler! Auch ohne gesicherte Informationslage und praktisch von jetzt auf gleich hat er in der Reihe „Tipps für Freie“ eine Sonderausgabe für betroffene rbb-Autor*innen mit den rechtlichen Hintergründen und praktischen Folgen der Umstellung aus dem Boden gestampft. Die Freienvertretung ist tief beeindruckt.

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Am Dienstag in einer Woche kommt er aus Bonn, um eure Fragen zu den praktischen Problemen zu beantworten. Wie hat mein Widerspruch die größte Aussicht auf Erfolg? Wer darf in der KSK bleiben? Wie kann ich Doppelzahlungen verhindern und Probleme mit der Krankenkasse vermeiden? Die Antworten gibt es am 21.1., 17 Uhr, Berlin, Haus des Rundfunks, Raum ehem. 105.

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In eigener Sache: Als guten Vorsatz haben wir uns 2020 unseren Mailverteiler vorgenommen. Bitte gebt uns einen Hinweis, falls ihr im Rahmen der Umbauarbeiten Mails doppelt bekommt oder wenn ihr von Kollegen hört, dass sie plötzlich diesen Newsletter nicht mehr bekommen. Falls ihr den Eindruck haben solltet, dass jemand noch nicht auf unserer Liste steht, aber Interesse haben könnte: Sagt ihnen doch, dass wir nichts weiter als ihre Adresse benötigen oder gebt uns einen Hinweis. Liebe angestellte Kolleg*innen, keine falsche Zurückhaltung: Die Freienvertretung ist für Freie da, aber unser Newsletter ist für alle 🙂 Der guten Form halber weisen wir darauf hin, dass man diesen Newsletter auch abbestellen kann – kurze Antwort genügt.

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Schönes Wochenende!

Eure Freienvertretung

Infoveranstaltung zur Umstellung der Selbständigen-Honorare

Fliege ich jetzt aus der KSK? Muss ich mich freiwillig versichern? Wie kann ich meine private Altersvorsorge bedienen?

Die Verunsicherung könnte nicht größer sein. Auf unserer Veranstaltung mit dem DJV-Sozialrechtsexperten Michael Hirschler wollen wir die wichtigsten Fragen klären. Wir laden euch ein

am Dienstag, 21.1., 17 Uhr
Berlin, HdR, Raum ehem. 105

(Wenn ihr konkrete Fragen habt, schickt sie uns bitte, damit wir sie an den Referenten weiterleiten können.)

F&A zur Umstellung der Selbständigen-Honorare

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

aus besonderem Anlass melden wir uns mitten in der Woche. Wer bisher seine Honorare auf Lohnsteuerkarte und sozialversicherungspflichtig bekommt und damit kein Problem hat, braucht gar nicht erst weiterzulesen. Aber an alle, die bisher brutto=netto abgerechnet werden: Wir haben ein Problem. Seit Montag klingelt bei uns ständig das Telefon, der Informationsbedarf ist riesig. Unten findet ihr die typischen Fragen und Antworten. Bitte schon mal vormerken: unsere F&A zur Umstellung der Selbständigen-Honorare weiterlesen

Das Wichtigste zum Start ins Jahr 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir wünschen euch viel Glück und Kraft für das neue Jahr! Wir werden beides sicher gut gebrauchen können, denn für uns Freie beim rbb bringt 2020 einige Veränderungen. Ob dabei am Ende das Positive oder das Negative überwiegt, hängt nicht zuletzt von uns ab. Die Geschäftsleitung schwört uns schon seit Monaten auf einen bevorstehenden, harten Sparkurs ein. Das Wichtigste zum Start ins Jahr 2020 weiterlesen